03.03.2008
Mittwoch, 27.2.08: von Pili nach Kalambaka und Rundtour um die Metoren, 55 km, 630 Höhenmeter
Bericht von Heino Becker
Der heutige Tag war eher ein Ausruhtag, Yorgos hatte das Frühstück erst auf 7 Uhr 30 angesetzt. Und nach dem Packen und Abschiedsfotos von der wunderschönen uralten Bogenbrücke, die gestern zu fast mitternächtlicher Stunde natürlich von einer Hand voll Unentwegter wein- und bierbeseelt bestiegen und einer fachmännischen Prüfung unterzogen worden war, haben wir die ersten 100 m per Fahrrad bewältigt: Zuerst zum Auffüllen der Wasserflaschen an einer kräftig strömenden Quelle und dann zu der byzantinischen Kirche der Porta Panagia, einem wirklichen Kleinod. Die Ruhe und Harmonie, die solche Sakralbauten aus der Zeit der Romanik ausstrahlen, ist m. E. in den späteren Epochen nie mehr erreicht worden. Yorgos erwies sich einmal mehr als profunder Kenner seiner Heimat und hat uns die verschiedenen Bauteile, Fresken und zwei Mosaiken aus der Entstehungszeit der Kirche nahe gebracht. Die obligatorische Gruppenaufnahme und das Foto des Mannes, der uns die Kirche gegen einen kleinen Obulus mit einem überdimensionalen Schlüssel geöffnet hat, durften natürlich nicht fehlen.
Auf der etwa 2-stündigen Weiterfahrt fast ohne Anstiege, vorbei an blühenden Obstbäumen und den Frühlingsblumen am Straßenrand erreichen wir schon bald Kalambaka, unser heutiges Tagesziel und dahinter ist die eindrucksvolle Kulisse der Meteoren zu sehen. Immer wieder haben wir intensiv nach den „schwebenden“ Klöstern auf diesen senkrecht aufragenden Felstürmen gesucht, doch aus dem Ort könne wir nur eines erspähen.
Beim recht vornehmen Hotel angekommen hat sich unsere Gruppe geteilt: Ein größerer Teil wollte Kostas mit dem Bus Gesellschaft leisten und ihn bei der Vorbereitung die Picknicks unterstützen, während ein Fähnlein von sieben Aufrechten es vorzog, diese so einzigartige Landschaft im wahrsten Sinn des Worts zu „erfahren“, d. h. natürlich per Fahrrad. Und diese Fahrt war auch wirklich die Anstrengung einiger hundert Höhenmeter wert. Nach jeder Kurve änderte sich die Kulisse und man sah ein weiteres dieser Klöster auf einem der Felsentürme.
Der Picknickplatz, an dem wir dann zusammengetroffen sind, war wieder einmal der schönste Platz, den man sich nur vorstellen kann, ein wirkliches großes Lob an Gnosis-Reisen, und die Auswahl an Genüssen hat jedenfalls meine Wünsche – wie bisher jeden Mittag – mehr als befriedigt. Gestärkt haben wir uns dann an den Treppenaufstieg zu dem unmittelbar benachbarten Kloster gemacht , der fast ebenso schweißtreibend wie die vorhergehende Bergfahrt war, allerdings ohne Tom, der die Chance nutzen musste, endlich an einen Internet-Anschluss zu kommen und deshalb sofort wieder in die Stadt hinunter fuhr. Oben angekommen wurden unseren fünf Damen Röcke in Form einfacher bunter Tücher verpasst, was gar nicht so schlecht aussah, und dann hat uns Yorgos die Klosterkirche gezeigt und erklärt und uns in den Raum mit dem Lastenaufzug geführt.
Die Talfahrt mit Bus oder Fahrrad war dann nur noch ein Kinderspiel, bei Robert dem Älteren und mir allerdings unterbrochen durch viele Fotostopps, was den anderen leider eine längere Wartezeit beschert hat.
Der Rest des Tages gehört inzwischen schon zur Routine, heute insofern verändert, als die meisten eine Badewanne anstelle der anscheinend üblichen vorhanglosen Duschen zur Verfügung hatte, wovon – wie die Gespräche beim Abendessen gezeigt haben – ausgiebig Gebrauch gemacht wurde. Und jetzt ist es dringend Zeit ins Bett zu gehen, der morgige Tag dürfte uns einiges abverlangen.
