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Ancona

Eintrag von Tom Krech

Ankona ist ein kleines verschlafenes Städtchen an der Adria, die wunderbar blau in der Wintersonne strahlt. Es sind sechs Grad und in der Sonne ist es sehr angenehm und es sieht so gar nicht nach Schnee und starkem Wind aus, der uns in Athen erwarten soll. Wir entschließen uns, in der Zeit, die wir noch auf die Fähre warten müssen einen kleinen Stadtbummel zu machen. Menschen gibt es kaum auf den Straßen, aber es ist ja auch Sonntagmorgen zehn Uhr und die Italiener sind ja eher keine Frühaufsteher.
Auf dem Hügel über der Stadt thront eine byzantinische Kirche, zu der wir wollen. Rechts scheint uns ein verträumtes Gässchen wie eine Abkürzung, die dann wieder nach links abbiegt, schmaler wird und wieder nach rechts führt und noch schmaler wird. Volker will schon umkehren, doch unsere Neugier siegt, noch ein paar Mal geht es nach links und rechts, wird finsterer und wir erwarten gleich ein totes Ende, dann eine Treppe nach oben und ein Holztor, durch das wir auf den Markt und die Kirche blicken können, doch die Tür ist zu und wir gucken verdutzt durch ein Loch nach draußen. Auf der anderen Seite stand plötzlich Wolfgang, der einen anderen Weg gegangen war und guckt verdutzt durch die Löcher in der Tür nach innen. Ein gemeinsamer Ruck und das Tor ist offen, es hat nur geklemmt und wir stehen endlich vor der Kirche und wenig später in dem hohen Gewölbe, mit Marienstatue und klassischen Gemälden der Kreuzigung Christi.
Vom Hügel hat man einen tollen Blick über die Stadt und die Bucht. Kleine Häuserzeilen schmiegen sich aneinander und bilden kleine verwinkelte Gässchen, wo die Wäsche aus den Fenstern hängt. Wir schlendern zurück zum Bootsanleger und trinken noch einen Cappuccino, der von einer chinesischen Bedienung serviert wird und schon hängen alle Gedanken wieder an der Seidenstraße und den Landschaften und Abenteuern, die uns erwarten. Doch erst einmal biegt die Fähre in den Hafen ein, die uns nach Patras bringen soll.

 Café in Ancona   Vor dem roten Bus   Ortskern Ancona 

 Hängender Jesus   In Ancona   auf der Fähre

Der Bus verschwindet auf den Parkdecks und wir checken in unsere Kajüten ein, ich teile mir ein Zimmer mit Volker, es ist verdammt eng, fast wie in einem Eisenbahnabteil und zu viert tritt man sich dann gut auf die Füße. Ich glaube, dass ist der größte Kahn, auf dem ich je gewesen bin und die langen Flure sind beeindruckend. Das Restaurant ist leer, der Wein gut und das Essen ist ok, aber nicht überwältigend, aber nach Salat und Lamm zumindest sehr reichlich und mich stört dann nicht einmal Volkers Schnarchen, um einschlafen zu können.
Die Besatzung des Schiffes hat von unserem Plan gehört und so werden wir auf einen Willkommensdrink in die Bar eingeladen. Vorher besichtigen wir noch, vom Kapitän eingeladen, die Brücke und stehen staunend vor Radarschirmen hebeln und Knöpfchen und werden dezent abgemahnt, auch nichts anzufassen. Möchte gerne wissen, wofür der große rote Knopf in der Mitte ist, traue mich aber nicht zu fragen.