Monatsarchiv für Juni 2008

40 Kilometer, 200 Höhenmeter

Bericht von Tom Krech

Das Frühstücksbuffet im Hotel ist überwältigend und es ist unmöglich, sich einmal um den Buffettisch herum zu fressen und noch schwieriger eine Auswahl zu treffen.
Danach brauche ich etwas Zeit zum Sortieren meiner Sachen und um noch einmal nach Rosemarie zu sehen. Ich konnte eine nette Englisch sprechende chinesische Reiseleiterin auftreiben, die am Abend mit Rosemarie noch einmal ins Krankenhaus zur Infusion fährt.
Mit Helma bummele ich einmal die Straße hinunter, auf der Suche nach einem Optiker. Dort lässt sie sich dann zwei Brillen machen und ich bekomme als Geschenk vom Laden eine neue Sonnenbrille, nun schon meine fünfte auf dieser Reise und ich hoffe, dass sie diesmal länger hält.
Danach schwingen wir uns in ein Taxi und fahren wieder aus Urumqi heraus in die nächste größere Stadt, Shhezi. Dort übernachtet unsere Teilgruppe und ich werde meine Gruppe in Empfang nehmen und durch den Großstadtverkehr zum Hotel in Urumqi lotsen.
Eine gute Stunde später und viel zu früh sind wir in Shihezi, wir suchen uns ein kleines Sichuan-Lokal und haben ein nettes spätes Mittagessen und zwei Flaschen Bier und dann wandern wir einen Straßenzug weiter zum Hotel, in dem die andere Gruppe übernachten will.
Wieder einmal ist eine kleine Katastrophe passiert und es gab einen mittelschweren Sturz, deshalb sitzt Marlies schon mit Kopfverband in der Hotelhalle und Heike hat ein paar blaue Flecken und ein paar kleine Schürfwunden. Wieder einmal zeigt sich, dass die Kopfwund hätte vermieden werden können, wenn Marlies einen Helm getragen hätte. Heike ist auch auf den Kopf gestürzt, der Helm ist hin, aber Heike blieb unversehrt.
Mit meinem gesunden Resthaufen machen wir uns dann auf dem Weg nach Urumqi. Erst geht es auf der Autobahn entlang. Vor uns können wir schon die Skyline der Stadt sehen, dahinter liegt das Massiv des Bogda Fen und überragt und überstrahlt die Stadt im warmen Licht des Abends.
An der Autobahn wehen tausende von Fahnen. Am Dienstag der nächsten Woche kommt hier das Olympische Feuer auf dem Weg nach Beijing durch und natürlich wecken diese Beijing 2008 Flaggen sofort unsere Begierde und schon nach ein paar Minuten gehören zwei Flaggen uns. Eine wird sofort an mein Fahrrad montiert und so beginnen wir unseren Einzug in die erste chinesische Großstadt.
Die Einfahrt in die Stadt ist chaotisch, der verkehr ist dicht und die Einfallstraße vom Flughafen mehr als gut befahren. Gut, dass ich die Strecke hier einigermaßen kenne und meine Gruppe gut durch das Chaos navigieren kann, so dass wir eine halbe Stunde später dann ohne uns zu verfahren auch die Stadt erreichen.
Alle sind begeistert vom Hotel, aber erst einmal nicht von der Idee, auf dem Nachtmarkt essen zu gehen. Trotzdem kann ich alle überreden mitzukommen, wir verteilen uns auf 5 Taxis und fahren auf den WuYiYeChang, einer langen Straße mit hunderten von Essständen und tausenden von Leuten und außer uns gibt es keine ausländischen Touristen.
Die Stände hier sind deutlich geprägt von der Xinjiang Küche, hauptsächlich gibt es Grillstände mit allen möglichen Fleischsorten, aber auch Seafood und Gemüse gibt es hier. Ebenfalls viele Stände mit ShaGuo gibt es, dass sind Tontöpfe mit viel Gemüse und Tofu und verschiedenen Fleischsorten oben auf.
Mit einigem Glück bekommen wir einen großen Tisch, an den auch alle passen und dann wird bestellt, dass die Tische sich biegen und geschlemmt, bis nichts mehr in den Bauch hinein passt und alle sind froh, hier auf diesen Markt gefahren zu sein. Mehr als müde kommen wir dann gegen Mitternacht wieder ins Hotel zurück und fallen in unsere Betten.

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mit dem Taxi, keine Fahrradkilometer

Bericht von Tom Krech

Nach dem Frühstück vertraue ich Volker meine Gruppe an und verabschiede mich bis zum nächsten Tag. Ich werde heute mit Rosemarie nach Urumqi fahren und mit ihr dort zum Arzt gehen, da sie weiterhin Schmerzen und Fieber hat. Helma, Rosemaries Zimmergefährtin, bleibt auch bei uns.
Ich organisiere dann ein Fahrzeug und gegen 11 Uhr sitzen wir im Minibus nach Urumqi. Heute geht es dann nicht mehr durch die Wüste, sondern durch eine bewässerte Ebene und es wird neben Wein auch sehr viel Gemüse angebaut. Da das Wetter heute nach dem gestrigen Gewitter sehr klar ist, leuchten auf der rechten Seite den ganzen Tag die Schneeberge des Tienshan und als wir auf Urumqi zukommen liegt vor uns der Bogda Fen, mit 5445 Metern nicht so gigantisch hoch. Da das Bergmassiv aber relativ einzeln in der Ebene steht erscheint der herausragende Gipfel gewaltig und mitten in der Wüste allen Winden ausgesetzt zählt er zu den schwer besteigbaren Gipfeln Chinas.
Gegen 16 Uhr sind wir im Xinjiang Grand Hotel, ein wirklicher Luxusschuppen. Überall springen hübsche Mädels in allen Farben herum, da hier gerade ein internationales Folklore-Tanzfestival stattfindet. Doch für lange Beobachtungen bleibt keine Zeit, da ich mit Rosemarie erst einmal schnell wieder ins Taxi steige und ins Krankenhaus fahre. Ultraschall, Bluttest und Urinuntersuchung bringen lediglich die Erkenntnis, dass die Niere ok ist, wahrscheinlich hat Rosemarie eine Nierenbeckenentzündung und braucht eine Antibiotika Infusion und viel Ruhe.
Gegen 22.30 Uhr haben wir alle Stationen des Krankenhauses durchlaufen und kommen zurück ins Hotel. Als Rosemarie im Infusionssaal saß, haben Helma und ich etwas gegessen und so bleiben mir heute nur noch eine Dusche und dann der freie Fall in mein riesiges Luxusbett im Hotel.

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161 Kilometer, 519 Höhenmeter

Bericht von Tom Krech

Heute liegt nun vor uns allen ein langer Radtag, deshalb brechen wir auch schon um halb 9 auf, nach Beijing Zeit. Da wir an der Grenze die Uhr umgestellt haben, entspricht das natürlich einem Sonnenstand von 7 Uhr dreißig oder 8 Uhr.
Das Frühstück im Hotel war chinesisch, also etwas Fettgebäck, verschiedene Salate und eingelegtes Gemüse, in Tee hart gekochte Eier und gedämpfte Brötchen, Mantou. Dann geht es aus dem kleine Städtchen hinaus in die Ebene. Noch gut 10 Kilometer gibt es bewässerte Felder, dann hört wieder alles auf und die Autobahn beginnt. Rundherum gibt es nur noch trostlose Wüste und die einzige Abwechslung sind die Bergketten des Tienshan, die uns auf der rechten Seite begleiten. Aber dieser Ausläufer des Himmelsgebirges ist nicht so hoch, so dass auch keine Schnee bedeckten Gipfel in der Ferne leuchten können.
Leider haben wir Gegenwind, aber recht schnell bilden sich Gruppen und wir fahren streng im Windschatten, was wir ja schon in der Türkei sehr gut gelernt haben. Auf der superglatten Autobahn mit „Flüsterasphalt“ geht das dann sehr gut. Natürlich erfordert Windschatten fahren von allen Beteiligten hohe Aufmerksamkeit, aber die Landschaft gibt sowieso nicht so viel her, so dass man sich hier wirklich im Hinterrad des Vordermanns festbeißen kann.
Erster Treffpunkt ist eine Mautstation nach 60 Kilometern, dahinter gibt es noch ein kleines schäbiges Restaurant, dass allerdings gute Nudeln anbietet. Der Besitzer kennt mich auch noch aus dem letzten Jahr und ist hoch erfreut, dass ich wie damals versprochen, mit meiner Reisegruppe im Schlepptau wiedergekommen bin. Wir plündern seine Kühltruhe, in der sich zum ersten Male auch wieder Guo-Pi, Fruchtbier findet und Kaffeecola.
Mit einem Teil der Gruppe, der noch keinen Hunger hat fahre ich dann schon einmal weiter. Wir bilden eine schöne große Gruppe und fahren ordentlich Windschatten. Da wir keinen Gegenwind haben, kommen wir sehr schnell vorwärts, zu sehen gibt es auf der Autobahn in der Steppe sowieso nicht so viel und nach 110 Kilometern erreichen wir den nächsten Ort und finden auch hier ein nettes Nudellokal und einen Laden mit einer großen Kühltruhe.
Nach einer angenehmen Pause geht es dann weiter auf die letzte Etappe des Tages nach Wusu. Noch einmal fahren wir sehr schnell in der Gruppe und bringen schon gegen 16.30 Uhr unsere 160 Kilometer hinter uns. Wusu ist ein quirliges Städtchen und es gibt ein tolles Hotel und alle freuen sich auf die warme Dusche.
Als am Horizont sich dunkle Wolken zusammen ziehen, trifft auch die zweite Hälfte der Gruppe ein und wir treffen uns zu einem grandiosen Mahl im Hotelrestaurant. Lokale Spezialität ist eine Suppe aus Wildpilzen und ansonsten haben wir uns einmal durch die Speisekarte gegessen. Leider geht es Rosemarie nicht gut. Sie hat eine schmerzhafte Entzündung im Bauchbereich und wir diskutieren mit dem Doktor einige Varianten, wie wir sie so schnell wie möglich wieder gesund bekommen.

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85 Kilometer,160 Höhenmeter

Bericht von Tom Krech

Heute haben wir einen großen Sprung vor uns, denn es gilt den an der Grenze verlorenen Tag wieder herauszuholen. Also wollen wir zeitig starten, aber das Hotel macht uns einen Strich durch die Rechnung, denn im Hotel wird das gesamte Personal für eine Fotosession mit den berühmten Radfahrern zusammengetrommelt. Danach steigen wir ausnahmsweise nicht aufs Rad, sondern in den Bus.
Der Pass hoch zum Sairam See soll eine üble Baustelle sein und die vor uns liegenden 200 Kilometer sind eh nicht per Rad zu schaffen. Im Bus sehen wir, dass dies eine gute Entscheidung war. Gab es im letzten Jahr noch die alte Straße, ist nun alles aufgerissen und eingehüllt in dicke Staubwolken kommt der Bus nur sehr langsam vorwärts. An engen Stellen staut sich der dichte Lkw-Verkehr und alles wird ab und zu durch riesige Schafherden blockiert. Hier beginnt gerade die Saison und die großen Schafherden werden in die Berge getrieben.
Erst gegen 12 Uhr erreichen wir den Pass und vor uns liegt die große azurblaue Fläche des Sairam Hu, umrandet von hohen Bergen, deren schneebedeckte Gipfel in Wolken gehüllt sind. Meine Überraschung ist groß, denn im letzten Jahr gab es hier noch vielleicht einhundert kasachische Jurten, in denen man essen oder auch übernachten konnte, aber alles ist weg. Nur noch 5 oder 6 weiße Zelte gibt es hier, alles andere ist einer großen Umstrukturierung zum Opfer gefallen. Die Autobahn wird hier oben durchführen und der gesamte See wird zum Naturschutzgebiet.
Zum Glück kann man wenigstens in einer der Jurten essen und die Speisekarte sieht auch ganz gut aus. Bis das Essen fertig ist bleibt noch ein wenig Zeit zu einem Spaziergang am Ufer des Sairam Hu. Überall weiden hier Pferde.
Einige Kasachen bieten kleine Spazierritte an. Das Wasser ist eisig kalt, so dass keiner mehr Lust auf ein Bad hat, zumal es hier oben auf 2000 Metern natürlich auch schon so frisch ist, dass wir alle die Jacken aus dem Gepäck holen.
Das Essen dauert eine Weile und ich helfe der Kasachin ein wenig beim Gemüse und Knoblauch schneiden, damit dann eine halbe Stunde später alles fertig ist.
In der Jurte hätten 40 Personen gut Platz und wir können uns gemütlichst auf den Teppichen um den langen flachen Tisch ausbreiten und eine Mischung aus Grillspießen und chinesischen Gerichten genießen.
Danach schwingen wir uns auf die Räder und fahren mit Rückenwind am See entlang. Am anderen Ende des Sees, das viel karger und trockener ist, als das Westufer, hätten wir eigentlich laut erster Planung im einzigen Hotel am See übernachten wollen, aber auch hier ist die gesamte Siedlung samt Hotel ausradiert worden.
Leider schlägt dann der Wind um, als wir über den nächsten Hügel kommen und bläst den Traum von einer genialen brausenden Abfahrt einfach weg. So heißt es auch die nächsten 60 Kilometer, die es gute 1500 Höhenmeter nach unten geht kräftig strampeln und schnell kommen wir auch nicht voran.
Welch krasser Gegensatz in der Landschaft innerhalb nur weniger Kilometer. Am Seeufer war alles Grün und es gab riesige Weiden und hier auf der Abfahrt sieht es aus wie auf dem Mond, alles ist trocken und nur ein paar mickrige stachelige Pflanzen wachsen hier. Von Leben kaum eine Spur, nur in der Ferne stehen 5 Kamele und fühlen sich hier heimisch. Durch dieses abfallende Plateau führt jetzt in weiten Schleifen die Autobahn, die zum Glück kaum befahren ist, so dass wir im Wind wenigstens unsere Ruhe haben. Nach 60 Kilometern gegenwindiger Abfahrt erreichen wir dann unseren Treffpunkt an der ersten Mautstation. Unser Zielort Qing He ist noch fast 100 Kilometer entfernt und für die meisten von uns nicht mehr zu erreichen, also packen bis auf sechs Mutige, alle die Räder wieder auf den Bus und dann geht es per Fahrzeug weiter durch die trockene Ebene.
Obwohl das Hotel in Qing He etwas einfacher ist, sind alle mit dem Standard zufrieden und glauben mir auch, dass in China alles besser wird, zumindest was das Essen und die Übernachtungen angeht. Auch die Stimmung in der Gruppe ist inzwischen merklich besser geworden, seit wir wieder in der „zivilisierten“ Welt mit sauberen Betten und warmen Duschen eingetroffen sind. Ich suche für uns ein angenehmes moslemisches Restaurant, wir können im Freien sitzen und es gibt Ban Mian, hausgemachte Nudeln und scharfe Soße mit oder ohne Fleisch und dazu noch ein paar kalte chinesische Gerichte und für die Fleischgenießer noch ein paar Grillspieße.
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit kommen dann auch unsere unverzagten Radler an und natürlich gibt es auch für unsere Tageshelden noch genug zu essen und ein oder zwei oder drei kalte Biere um den trockenen Staub in den Kehlen herunter zu spülen.

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von Zharkent über die chinesische Grenze bis Qing Shui He, 70 Kilometer, 382 Höhenmeter

Bericht von Tom Krech

Heute also nun der nächste Anlauf auf die chinesische Grenze. Damit auch nichts schief gehen kann, starten wir schon um 5.30 Uhr, in China ist es allerdings schon zwei Stunden später. Der Platz ist gerade ausreichend im angemieteten Fahrzeug und die Koffer und das Gepäck stapeln wir bis zum letzten freien Zentimeter unterm Dach. Dann geht es auf die Strecke zur Grenze, die wir nun zum dritten Male fahren.
Inzwischen kennen wir jeden Baum und jeden Strauch auf den letzten Kilometern zum „Paradies“, denn in China wird alles besser.
Vor der Grenze schon mehrere Dutzend Lkws, die alle darauf warten durchgelassen zu werden. Der erste Vorposten macht keine Schwierigkeiten und auch am zweiten kasachischen Posten kommen wir schnell vorbei. Dann sind wir an der Hauptgrenze, wo sich gerade mehrere Reisebusse entladen und vor dem Abfertigungsgebäude bilden die vielleicht zweihundert Kasachen einen dicken Pulk, durch den es kein hindurch kommen gibt. In  dem engen Vorraum wird es immer heißer und stickiger und die Zollabfertigung hat noch nicht begonnen. Immer mehr Leute drängen sich durch ein kaputtes Fenster und schieben schweres Gepäck hinein, unsere Versuche abzuriegeln enden fast im kasachisch-deutschen Krieg. Als die kleine Tür zur Abfertigung geöffnet wird, wird es richtig gehend gefährlich und ich versuche nur noch schnell aus der Hauptlinie des Druckes zu entkommen. Richards Brille fällt zu Boden und wird zermalmt, da er sich nicht bücken oder irgendwie bewegen kann und Helma wird an den Türpfosten gedrückt und kann sich nur mit spontanem Wutausbruch und einem lauten Kampfschrei wieder befreien. Ich kann niemandem dort vorne helfen und trete den Rückzug an.
Vergeblich versuche ich bei den Grenzern einen anderen Weg durch die Kontrollen zu finden. Inzwischen haben es einige durch den Zoll geschafft, aber es führt kein Weg zurück zu den Rädern und zum Gepäck. Die Grenzer sind von meinen Bitten um Hilfe inzwischen auch schon genervt und sagen nur immer wieder, dass wir ein bisschen warten sollen, aber es kommen immer wieder neue Busse an, wenn es auch nur ein bisschen besser aussieht. Den Kommandeur der Einheit, mit dem ich vorgestern telefoniert habe, kann ich nicht erreichen und die Soldaten verweigern mir einen Anruf vom lokalen Netz.
Volker ruft mich von der anderen Seite an, dass ich es vielleicht über den Fahrzeugzoll probieren könne. Dort ist es wesentlich ruhiger und nach ein paar Gesprächen dort, befasst man sich erst einmal mit unserem Problem, aber wir dürften nicht hier durch, sondern müssen durch die Massen. Noch einmal bitte ich darum, mit dem Kommandeur zu sprechen und nun geschieht das Wunder, nach einem kurzen Gespräch mit ihm, bekommen wir die Erlaubnis, den Übergang für die Fahrzeuge zu benutzen. Unsere Leute dürfen zurück und ihr Gepäck und die Räder holen und dann sind nur noch Hubert, der vorher grimmig auf Räder und Gepäck aufgepasst hat, ohne Ausreisestempel und das Gedränge ist immer noch dicht.
Kurz entschlossen missbrauchen wir den neu entdeckten Weg durch den Fahrzeugzoll und rollen den Grenzübergang von hinten auf und haben schon nach 5 Minuten ohne Warten und Probleme unseren Stempel.
Jetzt heißt es im Eilzugtempo den einen Kilometer bis zu den Chinesen zu überwinden, da diese in 20 Minuten Mittag machen. Das Gepäck werfen wir eilig auf einen Bus und dann geht es per Rad zur anderen Grenze. Hier erwartet uns eine klimatisierte Abfertigungshalle, dezente chinesische klassische Musik und freundliches Personal. Alle sind höchst interessiert und wir müssen uns für ein Foto postieren. Dann bekommen wir einen extra Kanal für die Abfertigung und dann stehen wir endlich auf chinesischem Boden und wir hatten es ja gewusst: In China wird alles besser!
Vor der Grenze warten unsere beiden Busse und es ist genügend Platz für unser Megagepäck da und schon eine Viertelstunde später rollen wir durch Korgas. Erster Stopp ist ein Restaurant. Ich bestelle Nudeln und mache mich mit Volker auf die Suche nach einer Bank. In der Bank wollen sie zuerst nur Dollar, aber nach einigen süßen Worten wird noch einmal telefoniert und ich bekomme auch Euro getauscht. Dann geht es geschwind zurück ins Restaurant, wo alle schon zufrieden ihre Nudelsuppe mit viel Gemüse obendrauf schlürfen und denken: „Alles wird jetzt besser!“
Bis auf die Straße, denn hinter Korgas beginnt die Autobahnbaustelle, aber es wird auch nicht so schlimm wie befürchtet, denn über weite Strecken lässt sich schon die neue Piste benutzen. Die ist zwar noch nicht asphaltiert, aber schon fest gewalzt und so kommen wir gut vorwärts.
Gegen 16 Uhr sind wir dann schon in Qing Shui He und trinken an der zentralen Kreuzung Unmengen von Kwas und dann geht es zum Hotel. Bewusst haben wir für den ersten Abend hier im Lande, getreu unserem Motto: Alles wird hier besser! ein sehr schönes Hotel herausgesucht und alle sind zufrieden mit ihren chicen Zimmern und der warmen Dusche, die auch funktioniert und wo der Duschkopf nicht herunter fällt.
Gleich um die Ecke finden wir dann auch ein nettes nicht zu großes Restaurant und heute lädt China-by-Bike ein und es gibt ein großes Festessen. Zum ersten Mal kommen wir zur Ruhe und realisieren endlich, wir haben es geschafft, wir sind über die letzte Grenze, wir sind den Olympischen Spielen ganz nahe. Und mit solch einem Gefühl schmeckt natürlich alles gleich noch einmal so gut, die Lotuswurzeln, die trocken gebratenen Bohnen, der Tofu, die Auberginen, das Rindfleisch und der Kartoffeltopf und noch einiges anderes. Dazu dann chinesisches Bier und gegen 12 Uhr ist dann die nötige Bettschwere erreicht und auch ich gehe auf mein schönstes Zimmer bisher auf der gesamten Reise.

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40 Kilometer, 133 Höhenmeter, bis 38 Grad

Bericht von Tom Krech

Sehr zeitig fahre ich mit Volker noch einmal an die Grenze, dort haben wir chinesisches Handynetz, aber das nutzt nicht viel, denn es gibt keine neuen Ergebnisse, wir können erst am nächsten Morgen in China einreisen. Alle Mühe war umsonst und so fahren wir etwas deprimiert ins Zeltlager zurück. Hier können wir nicht bleiben, da die Crew heute noch zurück nach Kirgisien muss und glücklicherweise haben wir gestern Abend noch einmal telefonisch das Hotel in Zharkent telefonisch reserviert.
Also geht es mit Rückenwind und leicht bergab in rauschender Fahrt zurück nach Zharkent. Dort heißt es dann, den Truck entladen, die Gruppe mit Mittagessen versorgen und ein neues Fahrzeug zu organisieren. Nebenbei müssen wir dann von Irina, der Köchin, Sascha, dem Fahrer und Akyl, unserem kirgisischen Führer Abschied nehmen und mit ihnen von einem sehr interessanten Teil der Tour.
Für mich war es auf alle Fälle der schönste Teil der Tour und Kirgisien hat mich landschaftlich unheimlich fasziniert und ich denke, hier sollte ich wirklich noch einmal her, vielleicht ohne eine Reisegruppe zum wirklich Urlaub machen.
Nachdem das neue Auto organisiert ist, gönne ich mir auch ein schönes Essen und lege mich zur Belohnung noch eine Stunde Schlafen, bevor ich dann die letzten Ereignisse am Computer nacharbeite und den nächsten Tag weiter vorbereite.
Am Abend ist endlich alles geschafft und es bleibt noch ein letztes Abendessen hier in Kasachstan, bevor es dann in aller Frühe hoffentlich endgültig in Richtung China geht.

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“Rückschlag und die Frage nach dem Plow“

24 Kilometer, 180 Höhenmeter

Bericht von Tom Krech

Da die Grenze am Wochenende nicht arbeitet haben wir heute nur 30 Kilometer vor uns und wollen dann im Zelt übernachten und dann am Montagmorgen ganz zeitig in China einrollen.
Entsprechend gemütlich verläuft der Morgen. Das Frühstück im Hotel ist zwar armselig, aber nach dem gestrigen Abendessen kein Problem.
Danach setze ich mich noch ein wenig an den Computer und bereite meine Reiseleiterunterlagen für China vor, präpariere mein Handy mit der chinesischen Karte und such meine chinesische Geldkarte.
Gegen 12 Uhr machen wir dann noch ein Mittagspicknick im Garten des Hotels mit Salat von der Crew und Wurst und Käse und dann rollen wir aus den Städtchen in Richtung der lang ersehnten Grenze.
Gegen 14 Uhr kommt dann der Schock, wir bekommen einen Anruf von den beiden Busfahrern, die uns in China begleiten werfen: Die Grenze hat auch morgen am Montag geschlossen.
Sofort parken wir die Gruppe an einem schattigen Plätzchen und Akyl, Volker und ich fahren zur Grenze vor, wo sich die Information leider bestätigt, erstmals in diesem Jahr wird das Drachenbootfest zum Staatsfeiertag erhoben und alle Ämter und Behörden und offiziellen Stellen haben zu. Volker und ich beginnen sofort eine Telefonorgie und nach einer halben Stunde haben wir mit dem Kommandeur der kasachischen Grenzeinheit gesprochen und mit der deutschen Botschaft in Astana, die obgleich Wochenende war, telefonisch weitergeholfen hat und haben die Aussage, dass die Kasachen uns heute oder morgen ausreisen lassen würden, wenn die Chinesen uns auch reinlassen.
Die beiden chinesischen Busfahrer können auf der chinesischen Seite nicht viel erreichen, da wohl wirklich alle im Urlaub sind und so kann niemand eine Entscheidung treffen und wir hängen erst einmal bis morgen in der Luft. Ein Tag verspätete Einreise klingt nicht so tragisch, wirft aber alle Buchungen über den Haufen, außerdem muss die kasachische Crew morgen abreisen, da sie einen anderen Auftrag haben und deshalb nicht bis übermorgen bei uns bleiben können.
Ohne durchschlagende Ergebnisse kommen wir dann wieder zur Gruppe zurück, inzwischen ist es schon später Nachmittag und höchste Zeit einen Zeltplatz zu finden. Ca. sechs Kilometer vor der Grenze gibt es dann auch ein schönes grünes Plätzchen und auch ein Wasserlauf ist nicht weit. Die Crew macht sich sofort ans Kochen, Volker und ich versuchen weiter telefonisch bis zur chinesischen Grenzstation vorzudringen und die Gruppe zieht zum Waschen an den Bach oder lässt sich von den Millionen von Mücken ärgern.
Obwohl das Abendessen erst sehr spät fertig ist, Salate stehen auf dem Tisch, es gibt Krautsuppe und ein Plow soll noch folgen. Nach einer Weile sind die Salate gegessen und die Suppe ist alle und wir warten noch ein wenig auf den Plow, aber der kommt nicht. Wir trinken unsere zwei Flaschen Wodka und der Plow kommt immer noch nicht. Keiner traut sich die Crew zu fragen, wann der Plow fertig ist, so ein Reistopf macht schließlich viel Arbeit und brauch seine Zeit. Hubert umkreist das Küchenzelt und sagt zu uns, da steht gar kein Topf mehr auf dem Feuer. Auch die Crew sitzt und raucht und schaut uns auch irgendwie erwartungsvoll an. Wieder etwas später opfert sich Volker und fragt Akyl, wann denn der Plow fertig wird, der guckt entsetzt und sagt, dass der Topf doch schon von Beginn an neben dem Tisch steht. Und tatsächlich, neben dem Tisch steht dieser auch, zum Wärmeschutz mit einem riesigen Brett zugedeckt und nun brechen alle in Gelächter aus. Aber ehrlich, wenn der Plow dann so gut und lange durchgezogen ist, schmeckt er natürlich noch viel besser!

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96 Kilometer, 293 Höhenmeter

Bericht von Tom Krech

Noch einmal erwartet und heute ein Wüstentag und auch die Sonne tut ihr bestes, damit es auch schön trocken und heiß bleibt. Und an solchen Wüstentagen gibt es wie immer nicht so viel zu sehen, außer trockener Steppe mit ein paar Grasbüscheln.

Orte gibt es unterwegs auch nicht viel und so zieht sich unsere große Gruppe nicht all zu sehr auseinander auf der langen geraden Strecke.

Gegen Mittag erreichen wir den Ile Fluss, der groß und schlammig durch die weite Ebene mäandriert. An beiden Ufern gibt es breite Schilfstreifen in denen Millionen von Vögeln brüten können, so dass es hier ein großes Vogelschutzgebiet gibt(Vögelschutzgebiet heißt es im süddeutschen Sprachraum, werde ich aufgeklärt).

Die letzten Kilometer auf Zharkent fahren wir eine wunderschöne Baum bestandene Allee entlang, etwas unschön ist der Verkehr, nicht dass es zu viele Fahrzeuge gibt, aber alle fahren wie die Henker.

An einem kleinen Kanal schlüpfe ich dann aus allen Hüllen und nehme ein erfrischendes Bad in einem der Bäche, die aus den Bergen direkt hier in die Ebene geleitet werden. Angenehm erfrischt sind dann die letzten Kilometer wieder nur ein Katzensprung bis in das kleine Städtchen Zharkent. Zu unserem Glück haben wir heute unsere Übernachtung in zwei kleinen sehr schönen Hotels, eine angenehme Pause bevor es morgen noch einmal ins Zeltlager direkt vor der chinesischen Grenze gehen soll.

Auch das Abendessen ist schon wie ein kleiner Abschied von Zentralasien oder besser vom ehemals russisch geprägten Raum. Im Garten unseres Hotels haben wir ein üppiges Mal in vier Gängen zum angenehmen Preis. Im Restaurant startet derweil eine Hochzeit mit ungefähr 300 Gästen. Mehr Leute dürfen nicht zusammen feiern, da der Präsident des Landes die Größe von Hochzeiten und Beerdigungen limitiert hat, zu viele Leute haben sich in der Vergangenheit bei solchen Festivitäten ruiniert. Wie effektiv diese Kontrolle ist, lässt sich leider nicht einschätzen.

Natürlich nehmen ich und einige andere die Einladung an, bei der Hochzeit ein wenig zu zu sehen. Die Braut ist sehr hübsch und auch noch sehr jung, wohl nur 20 Jahre alt und Braut und Bräutigan sind sichtlich angestrengt von der Festivität. Es gibt einen Diskotheker, der Musik aus der Konserve spielt, halbtraditionelle kasachische Popmusik und viel Modern Talking. Ein Conferencier führt mit lästigem Brachialhumor durch die gesamte Veranstaltung, es gibt immer wieder kleine Spielchen, Reden bis zum Umfallen werden gehalten und ab und zu wird wild getanzt. Ich muss dann an jedem Tisch fotografieren und nach jedem Foto gibt es ein Gläschen Wodka; was sich bei gut 50 Fotos bis gegen 2 Uhr morgens die Veranstaltung zu Ende ist, doch summiert und ich habe recht schnell den Alkoholgehalt der meisten Teilnehmer der Hochzeit erreicht, aber es ist schon lustig mit den unterschiedlichsten Leuten zu trinken und zu sprechen.

Um 2 Uhr schiebe ich dann noch die SD-Karte mit den Bildern in meinen Computer und bin mit dem Ergebnis ganz zufrieden und springe dann auf mein sich schnell drehendes Bett und kann trotz der hohen Drehgeschwindigkeit sofort einschlafen und da wir morgen nur die 30 Kilometer bis kurz vor die Grenze müssen, auch ausschlafen.

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74 Kilometer, 409 Höhenmeter

Bericht von Tom Krech

Nach dem mageren Abendessen ist auch das Frühstück recht knapp und ich hoffe inständig, dass Akyl heute zum Einkaufen kommt. Gefreut hatte ich mich noch einmal auf ein morgendliches grandioses Panorama, aber die Berge sind im Dunst nicht klar zu erkennen, schade.
Gegen 9 Uhr radeln wir die zwei Kilometer durchs Grassland auf die Straße zurück und fahren in Richtung einer kleinen Bergkette, über die wir natürlich hinüber müssen. Schon beim Anstieg wird die Umgebung wesentlich trockener und steiniger. Ein schönes wildes Tal geht es hinauf und auf der anderen Seite durch einen dürren und trockenen Canyon wieder hinab und unten erwartet uns dann trockenste Wüste. Während wir noch auf unsere letzten Radler warten taucht ein Eis-Lkw einer großen deutschen Gefrierwarenkette wie eine Fata Morgana auf und die russische Fahrerin verschenkt an jeden von uns ein Eis. Natürlich hat der Lkw nichts mehr mit der großen Ladenkette zu tun, deren Werbung auf dem Aufbau unendlichen Eisgenuss verspricht, aber irgendwie ist halt das Fahrzeug, mit der Anschrift des ehemaligen Subunternehmers aus Zerbst bei Magdeburg hier in Kasachstan gelandet und fährt nun lokales Eis aus. Lecker ist es allemal in der Wüste Eis zu schlecken.
Erfrischt und abgekühlt geht es dann in die Wüste hinein, die noch öder ist, als einiges was wir vorher in Turkmenistan gesehen haben. Doch nach 20 Kilometern geht es ein wenig bergauf über eine Hügelkette hinweg und überraschend liegt im Tal eine lange grüne Oase. So schnell wie wir hineingekommen sind, geht es am anderen Ende wieder über einen Hügel aus dem Tal heraus und die Wüste hat uns zurück. Ein paar Kilometer weiter haben wir unser Mittagspicknick und Akyl hat den einzigen angenehmen Platz dafür gefunden, nämlich den einzigen Baum in 15 Kilometer Umkreis.
Bis nach Djunja ist es dann nicht mehr weit und anderthalb Stunden radeln wir noch durch die Trockenheit, obwohl links neben der Straße immer in zwei Kilometer Entfernung ein großer See zu liegen scheint, aber je näher wir kommen, um so weiter weg scheint der See und die Fata Morgana verschwindet erst, als die ersten Häuser und Bäume von Djunja am Horizont auftauchen.
Wir sind in zwei Häusern untergebracht, die Familienunterkunft ist toll und das zweite Gebäude leider nur ein verschlamptes Hotel. Da Akyl immer noch kein Geld tauschen konnte, sollen wir dann auch noch in 4-Bett Zimmern untergebracht werden, aber ich bezahle dann noch ein paar Zimmer dazu.
Gegen 19 Uhr fahren wir dann schon leicht angetüdelt zum Abendessen in der Familienunterkunft, das Essen ist lecker, aber wiederum knapp und der Energiebedarf kann nur durch Bier kompensiert werden.
Nachts irre ich dann mit Volker auf dem Fahrrad fast 20 Minuten dezent angetrunken durch die finsteren Straßen, um unser Hotel wieder zu finden, was dann beim zweiten Mal auf und ab fahren auch gelingt.

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56 Kilometer, 400 Höhenmeter

Bericht von Tom Krech

So wie wir gestern noch einen strahlenden Sonnenuntergang hatten, haben wir heute einen wunderbaren klaren Morgen. Wir lassen uns Zeit beim Abräumen der Zelte, denn die Wiese ist noch komplett feucht vom gestrigen Regen.
Gegen 9 Uhr sitzen wir dann auf den Rädern und wollen los und dann hat Elisabeth ihren ersten Plattfuß, der aber auch schnell geflickt ist.
Bis zur kasachischen Grenze sind es 15 Kilometer durch das Hochland. Das GPS-Gerät zeigt, dass wir abwechselnd in Kasachstan und Kirgistan über die „grüne“ Grenze gefahren sind, bevor wir dann mitten im Grassland die zwei oder drei kleinen Grenzgebäude erreichen.
Die Grenzabfertigung geht dann innerhalb von zwei Stunden reibungslos von statten und dann sind wir in Kasachstan. Schon seit ein paar Tagen machen wir „Borat“ Witze über das Land und sind nun gespannt, was uns hier erwartet. Doch hier oben im Grassland gibt es natürlich keinen Unterschied zur kirgisischen Seite. Die Hirten brauchen nicht einmal den Umweg über die Grenzstation zu machen, denn ein paar Hundert Meter weiter treibt ein Kirgise oder Kasache seine Herde über die ‚grüne’ Grenze.
Die Straße ist noch ein paar Kilometer schlecht bis wir das erste Dorf erreichen und dann haben wir unseren Asphalt zurück. Im Dorf stehen saubere kleine Häuschen und die Dorfbewohner lieben blaue Gartenzäune.
Etwas weiter dann das erste Städtchen, Kegen, welches kaum größer ist als ein mittleres Dorf in Deutschland. Volker und ich bleiben zurück, um zu versuchen Geld zu tauschen, die Gruppe fährt inzwischen aus der Stadt heraus zum Zeltplatz.
Es gibt sogar eine Bank in einem neuen Gebäude und ich frage, ob es möglich sei kirgisisches Geld zu tauschen. Dies sei leider nicht möglich, bekomme ich als Antwort. Dann frage ich nach Euro. „Ebenfalls nicht möglich!“ sagt die Dame am Tresen. „Und wie sieht es aus mit Dollar“ hake ich nach. „Auch nicht möglich. „ ist die Antwort. „Warum?“ „Weil wir kein Geld haben.“ stellt sich dann heraus. Es sei eine neue Bank, ist dann die Erklärung auf meine Nachfrage, warum man denn dann ein Bank-Schild über der Tür habe.
Zum Glück gibt es am Basar einen kleinen Laden und mit einiger Überredungskunst kann ich dann unser gesamtes Gruppengeld in kirgisischen Somanas und zusätzlich noch 200 Dollar tauschen und hoffe nur, dass der Verkäufer uns mit dem Kurs nicht zu sehr über den Tisch gezogen hat.
Der Zeltplatz vor der Stadt ist definitiv der Platz mit der schönsten Bergkulisse im Hintergrund, so schön, wie man es eigentlich nur auf Schokoladenverpackungen aus der Schweiz sehen kann. Schnell ziehen wir die Aufmerksamkeit der Hirten in der weiten Ebene auf uns und nach einer halben Stunde wimmelt es im Lager nur so von Pferden und Reitern.
Auch ich traue mich dann einmal in den Sattel zu steigen, aber ich kann das Gaspedal nicht finden und das Tier bewegt sich keinen Schritt vorwärts oder rückwärts und so steige ich unverrichteter Dinge wieder ab.
Das Abendessen ist etwas mager heute, da es Akyl nicht geschafft hat Geld zu tauschen und einzukaufen, die Zeit war einfach zu knapp und seit der Grenze steht uns nur noch ein Fahrzeug zur Verfügung, was die Bewegungsfreiheit der Crew natürlich einschränkt, aber nach dem Essen entschädigt ein grandioser Sternenhimmel für alles.

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