Monatsarchiv für Juni 2008

von Hami nach Xingxingxia, 196 Kilometer, 1143 Höhenmeter

Bericht von Tom Krech

Sehr zeitig und ohne Frühstück geht es heute los, erwartet uns doch der längste Tag der Tour. Da das einzige Hotel am einzigen winzigen Ort zwischen Hami und Xingxingxia nicht mehr existiert, müssen wir nun diese Doppeletappe fahren und uns erwarten knappe 200 Kilometer.
6 Uhr rollen wir dann auch durch die gerade erwachende Stadt und es ist angenehm frisch und es weht uns nur ein leichtes Lüftchen entgegen. Die ersten Kilometer geht es noch durch die kleinen Dörfer vor Hami, die hauptsächlich vom Anbau der Hami-Melonen und Gemüse leben. Dann kommt ab und zu ein ödes Stück Land und nach guten 30 Kilometern erreichen wir die Hauptstraße und die Wüste beginnt nun.
Zu schreiben gibt es darüber nicht viel, denn es ist auch hier nur Dreckwüste und keine schöne Bilderbuch-Sandwüste, die uns hier begleitet.
Nach 65 Kilometern erlebe ich eine Überraschung, dort gab es noch vor einem Jahr eine Zeile mit gut 20 Restaurants und die sind nun alle weg, nix mehr da, nur eine für die zweite Autobahnspur platt gewalzte Fläche. Auf der anderen Straßenseite gibt es noch ein einzelnes Restaurant, etwas schlampig, aber die Nudelsuppe, die wir hier bekommen, ist in Ordnung und es gibt auch kalte Getränke.
Am Nachmittag haben wir dann sogar leichten Rückenwind, so dass nicht zu spüren ist, dass es die ganze Zeit bergan geht. Inzwischen hat sich auch die Gruppe ein wenig zersplittert und der Bus wartet aller 30 Kilometer und versorgt uns mit Wasser. Am Morgen war ich noch mit vorneweg gefahren, hänge mich nun aber hinten mit an die langsamsten Fahrer. Bei Kilometer 160 hat Helga dann genug für heute und steigt in den Bus. Hubert, der auch noch mit hinten geblieben ist, und ich, wir jagen dann gemeinsam Ulli hinterher, den wir nach einer halben Stunde auch wieder vor uns sehen.
Das Wetter ist für uns sogar noch besser geworden, ab und zu gibt es eine kräftige Bö mit Rückenwind und so geht es weiterhin gut vorwärts, auch wenn inzwischen doch ab und zu ein etwas dickerer Hügel in der Wüste steht.
Dann passiert das große Unglück und keiner weiß mehr genau, wie es passiert ist, denn plötzlich liegt Ulli mitten auf der Straße und bewegt sich nicht mehr. Ich hatte gerade mit meinen Mp-3 Player neu programmiert und deshalb nichts beobachtet und Hubert und Monika waren kurz vor Ulli.
Als ich Ulli ein paar Sekunden später erreiche erwacht er aus der Ohnmacht und gibt wenigstens ein paar Laute von sich, vor allem die Schulter sieht nicht gut aus und es scheint ihm alles weh zu tun. Wir befreien Ulli vorsichtigst vom Fahrrad ohne ihn groß zu bewegen und sperren die Straße, damit wir nicht noch alle von den großen Trucks überrollt werden. Ulli jammert vor allem über Schmerzen in der linken Schulter und im Brustbereich.
Inzwischen telefoniere ich unseren Doktor und den Bus heran, Ulli bekommt meine Packtaschen als „Kissen“ und kann so etwas bequemer liegen, der Rücken scheint nicht verletzt zu sein.
Als wir Ulli den Helm abnehmen, merken wir, dass er noch großes Glück hatte, denn der Helm war an drei Stellen zerbrochen und die Sonnebrille komplett zerkratzt, aber an Ullis Wange gibt es nur ein kleine Schürfwunden. Auch seine Handschuhe und ein paar halbleere Wasserflaschen im Trikot haben ihn an Händen und Hüften vor Schlimmerem bewahrt.
Inzwischen sind der Bus und der Doktor eingetroffen, Ulli kann schon wieder etwas reden und der Doktoir stellt sofort das gebrochene Schlüsselbein fest, der Oberarm ist sehr geschwollen und Rippen könnten gebrochen sein, keine Lebensgefahr also, aber ein Fall fürs nächste Krankenhaus.
Erst einmal bringen wir Ulli vorsichtig auf den Bus und schicken diesen bis zu unserem Übernachtungsort.
Die letzten 30 Kilometer machen wir uns natürlich alle große Sorgen und plagen uns noch einmal 400 Höhenmeter hinauf. Außerdem scheint noch etwas mit der Übernachtung schief zu laufen, sagt mir der Busfahrer am Telefon. Im Hotel will der Verwalter dann nichts von meiner Bestellung gewusst haben, relativ schnell stellt sich heraus, dass sein Kollege den Anruf angenommen hat und uns erst einmal ins nächste Guesthouse verlegt hat.
Die Übernachtung in Xingxingxia ist mehr als einfach, es gibt genügend Zimmer, in denen es aber nichts außer zwei oder drei Betten gibt. Wasser gibt es in einem Fass im Hof und die Toilette befindet sich außerhalb des Geländes.
Beim Abendbrot im Restaurant um die Ecke organisiere ich Ullis weiteren Transport nach Dunhuang und ich weise die Gruppe für die nächsten beiden Tage so ein, dass sie ohne mich zurecht kommen können.
Gegen 22.30 verlassen dann Ulli, ich und Eckhardt, der uns noch begleiten will, Xingxingxia in Richtung Dunhuang. Die Straße ist sehr holprig, aber Ulli klagt nicht, was vielleicht auch an dem starken Schmerzmittel liegt, welches der Doktor ihm noch gegeben hat.
Hinten sitzen Eckhardt und ich auch ziemlich gequetscht, so dass an Schlaf nicht zu denken ist und wir nähern uns quälend langsam Dunhuang. 3 Mal müssen wir kurz Pause machen, da unsere Rücken und Sitzflächen schmerzen und alles Weitere ist dann im Eintrag für den morgigen Tag zu lesen.

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Ruhetag in Hami

Bericht von Tom Krech

Eigentlich wollte ich lange schlafen, aber irgendwann vor dem Aufstehen klingelt mein Zimmertelefon, ich solle in die Lobby kommen, irgendeine Dame erwarte mich dort. Etwas desorientiert wandere ich in die Lobby und eine Chinesin aus Urumqi wartet dort auf mich, mit der Brille von Helma. Natürlich wecke ich sofort Helma, aber die Freude war nur von kurzer Dauer, denn die lange verhandelte und ausgemessene Brille passt nicht, was heißt, auf die Ferne sieht Helma mit der Brille schlechter als ohne, und, das ist ja nicht der Sinn einer Brille. Also müssen wir heute wieder einen Optiker finden, der beweisen kann, dass die Werte der Brille nicht mit den Auftragswerten übereinstimmt. Die Lady aus Urumqi ist natürlich auch unglücklich, dass sie nun noch Ärger mit der Brille am Halse hat und ich auch.
Beim Frühstück stellt sich zufällig heraus, dass die Brille vorzüglich auf Eckhards Nase passt und die Sehstärke auch.
Nach dem Frühstück kommt dann der Ausflug zum Optiker. Die junge Dame hier im Laden ist sehr freundlich und hilfsbereit und natürlich stimmen die Werte der neuen Brille Helmas  nicht und die Lady aus Urumqi hat keine Lust und wohl auch nicht die Mittel, die 330 Euro wieder zurück zu zahlen und schlägt abenteuerliche Wege vor, wie wir die Brille ändern lassen und dann wieder irgendwohin schicken lassen können. Aber inzwischen wartet meine Gruppe schon im Hotel auf mich und auch Helma hat keine Lust auf Experimente und Eckhardt wolle die Brille, aber natürlich nicht zum vollen Preise. Die Brillenfrau wolle sich den Vorschlag noch einmal überlegen, solange ich mit meiner Gruppe zur Post fahr und wir schon einen Teil der Sachen, die wir nicht mehr brauchen, nach Deutschland versenden.
Auf der Post hatte ich eigentlich viele Leute und totales Chaos bei der Abfertigung erwartet, aber es passierte genau das Gegenteil. Am Paketschalter nur ab und zu ein Chinese, die Damen am Schalter freundlich. Wir bekommen ohne Probleme die Pakete, befüllen alles, die Damen kontrollieren noch einmal, dass nichts Ungesetzliches in den Paketen ist und helfen dann beim Verpacken und Verkleben der Kartons. Auch das Ausfüllen der Formulare erfolgt schnell und problemlos und nach einer guten Stunde bin ich mit den 10 Leuten, die etwas zu versenden hatten wieder auf der Straße zurück und wenig später im Hotel.
Hier erfahre ich dann, das die Brillendame die Stadt verlassen hat, die Brille liegt am Counter vom Hotel mit einem Zettel auf dem steht: „Sorry, kann Ihnen leider nicht weiter helfen.“
Ich bin ziemlich überrascht über die Frechheit, Helma trägt’s mit Fassung und beginnt mit Eckhardt über den Brillenpreis zu verhandeln und bis zum Abend war das Problem dann intern gelöst. Mal sehen, ob ich für den Blog noch ein Foto mit Eckhardts-neuer-Helma-Brille finde.
Mittag essen wir dann in einer kleinen Jiaotze Stube, also sind gefüllte, gekochte Maultaschen angesagt. Leider ist die Spezialität des Hauses, Jiaotze mit Eselsfleisch, heute aus, da heute noch kein Esel gestorben ist, aber die anderen Sorten sind auch alle sehr lecker.
Für den Nachmittag bleibt nur noch das Schlendern über den Basar, doch in der Nachmittagshitze passiert hier nicht sehr viel, nur wenige Kunden machen in der Hitze ihre Einkäufe und auch ein Teil der Verkäufer zieht es vor ein Stündchen zu schlafen, als in der Hitze Kunden zu werben. Um auf das Brillenthema zurückzukommen, das mich heute schon den halben Tag beschäftigt hat, kaufe ich mir eine neue Sonnenbrille, natürlich nur eine billige für 10 Yuan, also 1 Euro, denn die verliere ich sowieso wieder in den nächsten Tagen, habe ich doch schon 6 Sonnenbrillen auf dieser Reise verschlissen.
Als ich dann gegen 16 Uhr ins Hotel zurück komme, hat der hauseigene Netzwerkfuzzi endlich meine Leitung im Zimmer frei schalten können, auch daran habe ich schon wieder ein großes Bündel an Nerven verloren, aber nun heißt es für mich, den Blog für die letzten Tage aufzufüllen, also ein großer Berg an Arbeit für den Rest des Tages.
Dazwischen gibt es dann noch Abendbrot im Hotelrestaurant, gemeinsam mit der Teilgruppe, die am frühen Abend auch eingetroffen ist, belagern wir vier große Tische im Restaurant und essen uns einmal durch die Speisekarte. Vor allen die noch nicht zu sehr an China gewöhnten Leute kommen heute auf ihre Kosten, denn es gibt einmal Fleisch ohne viele Knochenstücke und zum anderen nur ein oder zwei Gerichte mit leichtem Schärfegrad. Obwohl ich eigentlich sonst auch immer nur leicht oder mittelscharf bestelle, sind für einige die gemischten Nudeln, Ban Mian, nur genießbar, wenn sie die Chilis aufs sorgfältigste heraussortieren.
Bis spät in die Nacht kann ich leider nicht mehr am Computer arbeiten, da wir am nächsten Morgen sehr zeitig los wollen, erwarten uns doch 200 Kilometer Strecke und so viel ist kaum einer meiner Teilnehmer in seinem Leben zuvor gefahren.

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151 Kilometer, 850 Höhenmeter

Bericht von Tom Krech

Sieben Uhr soll es Frühstück geben, doch kurz vorher ruft mich die Küche an und sagt, dass es erst um halb acht ging. Ich niese die Rezeption und den Koch zusammen, hatte ich doch am Abend mehrfach nachgefragt und das zeitige Frühstück war mir bestätigt worden. Allerdings ändert das nichts an der Tatsache, aber ich fühle mich besser.
Gegen 8.30 rollen wir bei leichtem Gegenwind und schönstem Sonnenschein aus der Stadt. Die Schlechtwetterphase scheint vorbei und die Sonne lässt den Schnee von gestern auf den Berghängen recht schnell zusammen schmelzen.
Vorbei geht es an idyllischen Dörfern, die Bauern bewässern mit Tienshan-Wasser die Felder und alles ist Grün. Hinter den Feldern liegt Wüste und dann wieder eine Bergkette, deren Gipfel sich in weiße Wölkchen hüllen.
Nach schon 65 Kilometern durch die grüne Ebene, die nun durch Jurten und Pferdeherden dominiert wird, machen wir in einer Nudelstube Mittag. Dann geht es die letzten Höhenmeter hinauf bis zum Pass und hier gibt es richtig schönen Nadelwald. Wären nicht überall die Jurten der nomadischen kasachischen Pferdezüchter, könnte dieser Ort auch irgendwo in Österreich oder der Schweiz liegen.
Nach dem Pass geht es in einem wilden Tal abwärts. Mit jedem Meter, den wir nach unten fahren wird es trockener. Dann kommt noch einmal ein kräftiger Anstieg und nun sind wir auf der anderen Seite des Tienshan-Gebirges und vor uns liegt eine unendliche Tiefebene und hunderte von Kilometern nur Wüste.
Die Entscheidung für die nördliche Route der Seidenstraße war trotz des Kälteeinbruchs richtig, denn hier ist es schon wieder brütend heiß und ein paar Tage wird uns die Wüste noch begleiten, bevor wir dann ins richtige China kommen.
Hinter uns winken die Schneeberge noch einmal zum Abschied, es ist ein faszinierendes Spektakel, vorne trockenste Wüste und hinten eisbedeckte Schneegipfel, stahlblauer Himmel und weiße Schäfchenwolken.
Gegen 17 Uhr sind wir dann fast 1500 Höhenmeter hinunter gefahren und erreichen den Rand der Millionenstadt Hami. Hami ist berühmt für seine Hami-Melonen, eine verwandte Art der Honigmelone. Doch im Moment gibt es nur Früchte aus dem Gewächshaus, denn die Erntezeit für die Melonen beginnt erst in mehr als einem Monat.
Das Hotel in der Stadt ist schnell erreicht und heute gibt es wieder einmal luxuriöse Zimmer und Wäscheservice. Und wir haben einen unerwarteten Ruhetag hier, denn das nächste Hotel, etwa 70 Kilometer weiter, mitten in der Wüste, ist dem Autobahnbau zum Opfer gefallen.
Also müssen wir übermorgen 200 Kilometer durchblasen, aber wir können uns morgen noch ein wenig erholen.
Abendessen gibt es in einem Straßenrestaurant und vor allem unsere Fleischesser kommen auf ihre Kosten, denn es gibt ganze Fische und ganze Hühner vom Grill und auch noch Fleischspieße. Die Halbvegetarier stürzen sich dann auf den Joghurtstand auf der anderen Straßenseite, plündern diesen und nach einem sich dem Gelage anschließenden Spaziergang geht es dann in die weichen Hotelbetten.

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121 Kilometer, 608 Höhenmeter, frostige 7 Grad am Vormittag

Bericht von Tom Krech

Der Morgen sieht nicht viel besser aus als der Abend. Gut, es regnet nicht mehr, aber durch die graue Landschaft peitscht der Wind noch grauere Nebel und Wolkenschwaden und es sind gerade einmal 7 Grad. Zum Glück kommt wenigstens der Wind aus der richtigen Richtung.
In dem kleinen Restaurant werden wir vor dem Start noch einmal mit einer Nudelsuppe versorgt, denn heute auf der 120 Kilometer Strecke wird es so gut wie keine Möglichkeit zum Essen geben. Mit vollem Magen und Rückenwind geht es dann erst einmal ein kleines Stück bergab in ein trockenes Tal und dann langsam hinauf auf ein weites karges Hochplateau.
Ein dünnes Flüsschen durchschneidet die Ebene und ab und zu steht in der Landschaft ein Lehmgebäude mit Stallungen für Schafe oder Ziegen. Von den letzteren ist ab und zu einmal eine kleine Herde zu sehen, die durch die weite karge Landschaft streift oder einen steilen Berghang hinauf klettert.
Es ist noch kälter geworden als gestern und noch kälter am Morgen, schließlich führt uns die Straße noch einmal gut 500 Höhenmeter nach oben. Die Kuppen der umliegenden Berge sind mit Neuschnee bedeckt, der Regen der letzten Nacht ist hier als Schnee nieder gegangen.
Der Wind bläst heftig und eiskalt von hinten und es ist unmöglich stehen zu bleiben, nur wenn man sich genauso schnell wie der Wind bewegt, also mit etwas über 30 Kilometern pro Stunde ist die Kälte erträglich, bleibt man stehen, bläst einen der Wind förmlich um.
Nach ca. 50 Kilometern leicht bergan liegt dann vor uns eine lange Abfahrt in eine noch weitere Ebene. Ganz weit hinten ist der große See bei Barkhöl zu sehen. In rauschender Fahrt geht es nach unten, der Wind treibt uns mit 40 bis 50 Stundenkilometern ins Tal durch eine atemberaubende Berglandschaft. Auf den Bergen des Tienshan liegt frischer Schnee und die Gipfel hängen in dichten Wolken. Die Straße führt in einer geraden Linie durch die weite Landschaft und unten erwarten uns ein paar weitere Vorboten alter chinesischer Zivilisation. In einer Entfernung von einem Kilometer oder auf chinesisch jede 2 Li steht ein Lehmsockel, Reste eines Beobachtungsturmes aus alten Zeiten. Kurz vor Beginn der Zeitrechnung dürften sich die Chinesen hier festgesetzt haben, allerdings stammen die Ruinen lediglich aus der Qing Dynastie, sind also nach dem 17. Jahrhundert entstanden. Früher waren die Wachtürme noch mit gebrannten Ziegeln ausgebaut, aber die dürften von den Bauern der umliegenden Dörfer zum Häuserbau recycelt worden sein.
10 Kilometer vor Barkhöl, das auf chinesisch „Balikun“ heißt, holen uns die Regenwolken ein und wir werden noch nass, als wir am frühen Nachmittag in dem kleinen Städtchen einrollen. Das Hotel ist einfach, aber es gibt eine heiße Dusche im Zimmer zum Aufwärmen und dann gehen wir erst einmal zum Mittagessen in ein kleines Restaurant. Neben ein paar chinesischen Gerichten gibt es auch Joghurt mit Erdnüssen, der bei allen großen Anklang findet.
Am Nachmittag machen einige bei leichtem Regen einen kleinen Ausflug, um das alte Stadttor zu besichtigen, ebenfalls Qing-Dynastie, aber nett restauriert und ein guter Punkt um Fotos zu machen, aber natürlich nicht bei Regen.
Da ich eine Erkältung im Anzug fühle, lege ich mich nach der heißen Dusche für eine Stunde ins Bett und organisiere dann telefonisch die Hotels für die nächsten Tage, was auch noch mal jede Menge Zeit in Anspruch nimmt.
Gegenüber dem Hotel gibt es eine Straße mit Geschäften und Restaurants. Diese endet auf einem mit Blumen geschmückten Platz und dahinter beginnt die Wüste. Alles ist brandneu und auf viel mehr Leute ausgerichtet und man sieht, die Chinesen planen auch hier Großes.
Einen riesigen Tisch für alle finden wir auch zum Abendessen und es gibt viel leckeres Lammfleisch, in halb chinesischem, halb kasachischem Stil. Nach dem Abendbrot kommen wir auf eine durch die Abendsonne verzauberte Straße. Zu tun gibt es nicht mehr viel, denn morgen erwartet uns ein langer Tag.

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124 Kilometer, 1040 Höhenmeter, Hagel bei 8 Grad

Bericht von Tom Krech

Direkt vor Mulei beginnt die Trockensteppe, eine riesige flache Ebene, nach rechts durch den Tienshan begrenzt und nach links so unendlich weit und platt, dass man wie am Meer die Krümmung der Erde sehen kann. Dort führt dann unsere Straße immer gerade aus entlang und wehe dem, der hier bei Gegenwind mit dem Rad entlang fahren muss.
Das Glück ist jedoch auf unserer Seite und wir haben den Wind von hinten und der schiebt uns sehr kräftig voran, aber nicht nur uns, denn er schiebt auch eine dicke Wolkenfront vor sich her. Nach 35 Kilometern durch die karge Wüste kommt noch einmal ein winziger Ort, das heißt drei Lehmhütten und eine Tankstelle und ein kleines Restaurant und ein Laden. In diesem kaufen wir die Bestände an Nutri-Fit auf, ein Joghurtgetränk, das bei fast allen auf regen Zuspruch stößt. Leider haben sie nur die „New Created“ Sorte und die ist verschlimmbessert worden und schmeckt jetzt noch künstlicher fruchtig, gibt aber Energie und Kraft für die nächsten 50 Kilometer.
Bis dorthin haben wir das Wettrennen mit der Regenwolke noch gewonnen, aber als wir unsere Joghurtdrinks schlürfen fängt es dann an zu regnen. Behende schwingen wir uns aufs Rad und das Wettrennen mit dem Wetter beginnt aufs Neue. Der Wind schiebt uns mit einem Schnitt von mehr als 30 Kilometern vorwärts und nach 10 Minuten kann ich die Regenwolken hinter mir lassen.
Auf unsere Strecke gibt es heute nur einen Ort, der den Namen auch verdient. Nach 75 Kilometern erreichen wir das kleine Dorf Dashitou und ich bestelle für alle Nudeln. Die brauchen wir auch, denn hinter Dashitou beginnen die Berge.
Für den heutigen Abend habe ich noch ein Problemchen, unsere Übernachtung in der Familie in Xialaoba ist noch nicht gesichert, denn meine Kontaktnummer hat nicht funktioniert. Deshalb rausche ich mit Hubert gleich weiter. Inzwischen nähern sich die Regenwolken von allen Seiten, aber noch beginnt es nicht zu tröpfeln. Mit dem Wind ist es sogar ein Vergnügen, den Berg hinauf zu fahren, zumindest bis zu dem Punkt, als die Straße einen großen Knick macht. Dann bläst der Wind kräftig von der Seit und von vorne. Zum Glück sind es aber keine 30 Kilometer mehr bis zum Ziel.
Die Landschaft jetzt erinnert eher an Mond oder Mars. Bis zum Horizont gibt es nur kahle und trockene Berge und sonst nichts. Manchmal stehen ein paar Ziegen in der wilden und kargen Landschaft und ich frage mich, wovon die sich ernähren.
Als Hubert und ich über den letzten Hügel fahren und vor uns schon Xialaoba in der nächsten Ebene liegen sehen, bricht dann der Regen los. Es ist unheimlich kalt geworden und wir haben gerade einmal 10 Grad, doch wenig später fallen wir im Zielort in ein kleines Restaurant ein und können uns die Finger bei einem Tee wärmen.
Die Familie des geplanten Homestays ist nicht zu Hause, aber ich wende mich an den Nachbarn und der noch einmal an seinen Nachbarn und so kann ich recht schnell 4 Zimmer organisieren. Die Übernachtung wird sehr einfach, wir werden auf ausgerollten Matten auf dem Boden schlafen, in zwei Räumen gibt es jeweils einen großen Kang, eine erhöhte Schlafstelle für 4 Personen, Waschgelegenheiten gibt es nicht, genauso wie eine Toilette. Die befindet sich auf der anderen Straßenseite, 300 Meter in der Wüste. Ansonsten sagen die Leute, verringert sich die Entfernung der Toilette mit zunehmender Dunkelheit.
Das Wetter wird immer mieser, zwischendrin gibt es einen Hagelschauer und alle kommen reichlich durchgefroren nach und nach im Restaurant an. Im Gastraum haben gerade so alle Platz und so wird es dort schnell angenehm warm. Die Köchin bereitet erst einmal für alle eine würzige Nudelsuppe und dann beziehen wir die Quartiere. Eine Stunde später sind wir wieder im Restaurant. Ich spendiere drei Flaschen mit chinesischem Wodka, der aus mehreren Getreidesorten gebrannt wird und 52 Prozent Alkohol hat. Dann gibt es gebratene Nudeln und noch ein paar Runden von dem Schnaps. Bis 22 Uhr sitzen wir dann alle recht fröhlich beisammen und nach und nach trauen sich einige durch die Nebel- und Regensuppe zurück in die Unterkunft.
Gegen halb 11 kommt dann noch die Polizei und ist auf der Suche nach mir, der Polizist möchte jetzt noch alle Pässe haben, aber mit ein wenig Verhandlungsgeschick kann ich die Formalitäten auf den nächsten Morgen verschieben.

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108 Kilometer, 535 Höhenmeter

Bericht von Tom Krech

Richtig chinesisches Frühstück im Hotel beinhaltet gedämpfte Brote, eingelegtes Gemüse und eine dünne geschmacklose Reissuppe und dazu noch ein superhart gekochtes Ei, alles nicht meine Welt. Ich esse lieber auf der Straße eine Nudelsuppe, aber das wird wohl noch ein paar Tage warten müssen.
Nach dem Frühstück sind dann noch ein paar kleine Sachen an den Rädern zu tun, seit Urumqi haben wir wieder gutes Kettenöl und ich kann wieder reichlicher verteilen, als ich es davor getan habe und auch zwei Schaltungen sind noch schnell zu justieren und dem Bankautomat wird noch ein Besuch abgestattet, bevor wir dann die Stadt verlassen.
Es wird ein regelrecht grüner Vormittag, alles wird mit glasklarem Tienschan-Wasser bewässert, das in schmalen, aber tiefen Schussbächen aus den Bergen in die Ebene geleitet wird. Viel Getreide gibt es, Sonnenblumen werden auf großen Feldern hier Ende Juli blühen, eine relativ niedrige Sorte Hopfen wächst, und die Melonen, für die die Region so berühmt ist, stehen gerade in der Blüte.
Die Straße ist so gut, wie lange nicht mehr, selbst, als ich dann eine kleine Nebenstraße wähle, um abzukürzen um nicht durch die Stadt Qitai zu fahren. Gute 10 Kilometer geht es im Zickzack durch kleine Dörfer und Pappelalleen. Die Nebenstraße ist fast unbelebt und hätte auch unserem griechischen Freund Yorgos sehr gefallen.
Doch irgendwann hat uns die Hauptstraße wieder und im nächsten Ort finden wir unsere mittägliche Nudelstube. Die Frau des Hauses fängt sofort an Teig zu kneten und der Mann schneidet in Höchstgeschwindigkeit Gemüse. Eine knappe halbe Stunde später wird dann für jeden ein großer Nudelteller aufgetragen.
Die letzten 40 Kilometer sind dann landschaftlich recht öde, es geht wieder durch die Trockensteppe und konstant leicht bergan. Ich beschäftige mich mit meiner Errungenschaft aus Urumqi, ein kleiner MP-3 Player und mit Synthypop aus den 80er Jahren fährt es sich gleich doppelt so schnell.
Gegen 17 Uhr fahren wir dann in Mulei ein, die Stadt ist kleiner als Jimisar, aber doch recht belebt, aber es ist schwierig ein Restaurant zu finden, in das wir alle hineinpassen und so bleiben wir dann doch im Hotelrestaurant. Das Essen ist lecker, aber die Küche braucht ewig um alles vorzubereiten, so dass relativ viel Bier fließt und ich nach dem Essen einfach nur ins Bett falle.

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133 Kilometer, 552 Höhenmeter

Bericht von Tom Krech

Frisch ist es hier in 1900 Metern Höhe zum Frühstück, aber nach dem gestrigen Gewitter ist die Luft klar und wir haben einen schönen Blick auf die Berge und heute ist auch der höchste Gipfel des Bogda-Fen-Massivs deutlich zu erkennen.
Am See machen wir noch einmal eine Fotoorgie, bevor wir die Serpentinen wieder hinab fahren und dann über die Baustelle weiter ins Tal holpern. Vor der Autobahn gibt es noch ein paar kleine Buden mit Joghurtgetränken zum Energie tanken. Die muss eine Weile reichen, denn wir müssen wegen einer weiteren langen Baustelle auf die Autobahn.
Mit leichtestem Rückenwind kommen wir zügig voran. Die einzige Abwechslung in der Ebene bieten die Erdölbohrtürme und ein paar Fabriken, die auch mit Erdöl zu tun haben. Von der Bergkette des Tienshan ist nicht viel zu sehen, da die Berge verhangen sind.
Auf der Landstraße verpassen wir fast die einzige Mittagsgelegenheit nach 95 Kilometern, aber 10 Kilometer weiter kommt noch einmal ein einzelnes kleines Restaurant. Dort werden nur Nudeln angeboten, aber die sind frisch und gebraten mit etwas Gemüse und wenig Fleisch ergeben sie dann doch ein leckeres Mahl. Gegen Nachmittag sieht es dann wieder einmal wie Regen aus, aber die dunkle Front zieht vorbei und am späten Nachmittag strahlt wieder die Sonne, als wir nach weiteren 30 schnellen Kilometern in Jimisar einrollen.
Für die kleine Stadt gibt es ein erstaunlich chices Hotel und dann stürzen wir uns in das quirlige Leben auf der Straße. Ich habe schnell ein nettes Jiaotze-Restaurant gefunden mit Tischen auf der Straße, wo sich dann auch am Abend Essstand an Essstand reiht. Für einige ist es das erste Mal Jiaotze, aber die gefüllten und gekochten Teigtaschen kommen an und nach den vertilgten Mengen zu urteilen, wird es nicht der letzte Besuch in einer solchen Lokalität sein. Danach bin ich so voll gestopft, dass ich nicht einmal mehr Lust zum Schreiben habe und gehe relativ zeitig ins Bett, vielleicht auch ganz gut, denn der Obstteller beim Mittagessen hatte bei mir durchschlagenden Erfolg und morgen will ich wieder fit sein.

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Bericht von Tom Krech

Heute plane ich einen wirklichen Ruhetag. Beim Frühstück erkläre ich meinen Teilnehmern Ausflugsoptionen und lege mich dann noch einmal zwei Stunden schlafen. Dann mache ich mit Hubert einen kleinen Spaziergang am Seeufer entlang und genieße die grandiosen Blicke auf die Schnee bedeckten Gipfel des Bogda Fen. Vor uns liegt der stahlblaue Bergsee und rundherum gibt es Wald und Schafglocken klingen von den etwas höher gelegenen Almen.
Mittag mache ich in einem kleinen Restaurant am See und dann habe ich endlich Zeit, um in aller Ruhe bis zum Abendbrot mein Blog nachzuschreiben, was ich dann bis zum Abendbrot auch schaffe.
Inzwischen hat sich der Himmel zugezogen und draußen geht ein schöner Gewitterguss nieder und Blitze zucken in den Bergen. Weil es ein wirklicher Ruhetag ist, gibt es nicht so viel zu berichten und ich nehme mir vor, mir in den nächsten Tagen mehr Zeit mit dem Tagebuch zu nehmen.

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102 Kilometer, fast 2000 Höhenmeter

Bericht von Tom Krech

Am Morgen führe ich die Gruppe auf ein paar kleinen Straßen aus der Innenstadt heraus. Überall gibt es kleine Garküchen und Stände mit You Tiao, einer Art Pfannkuchengebäck, dass die Chinesen zum Frühstück lieben. Bis zu 5 Meter hoch stapeln sich große Dämpfsiebe mit Mantou, den chinesischen gedämpften Brötchen, die ich persönlich nicht mag, da sie überhaupt keinen Geschmack haben, aber zu einer würzigen Suppe erfüllen sie sehr wohl den Sinn einer anständigen Sättigungsbeilage.
Ich hoffe, dass ich der Gruppe Appetit auf ein Straßenfrühstück in den nächsten Tagen gemacht habe, bisher wollten alle immer im Hotel essen, aber ich werde unsere Radler bestimmt noch zu guten Chinesen erziehen.
Nach diesem Exkurs geht es erst noch ein paar Kilometer auf der Autobahn aus der Stadt und dann über eine neu gebaute Ausfallstraße wieder in Richtung Wüste. Noch im letzten Jahr bin ich hier mehrere Kilometer über eine schreckliche Baustelle geholpert und jetzt haben wir sechs Spuren „Flüsterasphalt“
Vor der Stadt wird die Landschaft noch einmal karg und trocken, aber das Fahren auf der Superpiste macht Spaß und gegen Mittag haben wir fast 70 Kilometer bis Fukang geschafft. Hier starte ich dann mit der nächsten chinesischen Lektion für meine Gruppe und wähle ein winziges Lokal, in das wir gerade so hinein passen. Bis das Essen kommt wird dann noch ein wenig gemurrt, aber als die ersten Gerichte aufgetragen werden, glauben mir alle, dass man in solchen winzigen Familienlokalen am besten Essen kann.
Hinter Fukang kommt dann der Abzweig zum Himmelssee und hier erwartet uns dann wieder einmal eine grässliche Baustelle. Nach 15 Kilometern treffen wir uns und vermissen Dieter. Zum letzten Male haben wir ihn beim Essen gesehen. Ich überlege mir schon „Rettungsmaßnahmen“, halte aber noch einmal einen Autofahrer an und der bestätigt mir, dass hinten noch ein Radfahrer kommt und wir sind alle erleichtert. Wenig später kommt dann auch Dieter aus einer Staubwolke heraus, er war im Gebüsch verschwunden und hatte dann den Abzweig zum See verpasst.
Inzwischen geht es dann schon etwas mehr bergan und wir erreichen den Ticketcounter zum Nationalpark am Himmelssee und löhnen 100 Yuan pro Person ab, dass sind fast genau 10 Euro. Hinter dem Counter ist die Baustelle nach 2 Kilometern endlich zu Ende und wir passieren eine wilde Schlucht, bevor wir die Talstation der Seilbahn erreichen. Hier will man unseren Bus nicht durchlassen und ich werde telefonisch von einem „Chef“ zum anderen durchgereicht und erreiche nichts. Plötzlich sehe ich einen Chinesen mit einer Umhängekarte vom chinesischen Fernsehen. Den spreche ich sofort an und bitte ihn, seinen Kameramann herzuholen, um zu filmen, wie den Olympiafahrern hier Schwierigkeiten gemacht werden. Der Trick funktioniert und ohne weitere Diskussionen kann unser Bus passieren, obgleich der Fernsehmann weder Mikrofon noch Kameramann dabei hatte.
Leider hat die Debatte viel Zeit gekostet, so dass ich für die letzten 10 Kilometer auf den Bus steige, um nicht zu spät hinter der Gruppe den See zu erreichen. Schade, denn die Straße geht hier in Serpentinen den Berg hinauf und in jeder Kurve hat man einen berauschenden Blick.
Oben angekommen erreichen wir unsere Jurtensiedlung und ich miete drei Jurten an.
Die Übernachtung ist sehr einfach, die Toiletten sind auf der anderen Seite des Parkplatzes, die Dusche ist ein Kaltwasserschlauch, aber in den Jurten ist alles wohl gerichtet und sauber.
Abends gibt es gut zu essen, viel Lamm und ein Gericht mit Pferdefleisch, das allen mundet.
Abends in der Jurte ist es ein wenig wie im Ferienlager, wir flachsen herum und denken über eine Kissenschlacht in unserer 6 Mann Jurte nach. Die Jurten haben wir aufgeteilt in ein Damenzelt, ein Schnarcherzelt und in ein Nicht-Schnarcherzelt.

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Bericht von Tom Krech

Alle sind mehr als begeistert vom Frühstücksbuffet, danach machen wir uns auf die Socken, um uns einen Überblick über die Stadt zu verschaffen. Gleich beim Hotel, aus der Hochhausschlucht der Hauptstraße heraus liegt der Rote Berg mit einem Tempel oben auf und dorthin wollen wir. Im Park rundherum herrscht chinesisches Wochenendgetümmel. Hunderte von chinesischen und uigurischen Familien sind unterwegs, um einen kleinen Ausflug zu machen. Im Gewühl steigen wir die Stufen hinauf und haben von der Pagode einen wunderbaren Rundblick über die Stadt. Ich erzähle meiner Gruppe ein wenig über die Besonderheiten der Provinz, die hauptsächlich von Uiguren, Kasachen, Mongolen und anderen Turkvölkern besiedelt ist, aber inzwischen dominieren in den Großstädten die Chinesen das Stadtbild.
Dann müssen wir erst einmal wieder zurück ins Hotel und fahren zum Fahrradladen. Hier gibt es den ersten guten Fahrradladen auf der gesamten Tour und wir stellen fest, wir sind wieder zurück in unserer Welt. Aufgrund der gestrigen Erfahrungen erstehen Heike und ich einen Fahrradhelm, ich besorge noch drei Sattelstützen ohne Federung, da es bei unseren gefederten „Wackeldackeln“ zu viele Probleme gab und eine große Flasche Kettenöl. Auch die zerschroteten Luftpumpen werden gegen chinesische Modelle ausgetauscht. Zurück im Hotel geht jeder seinen eigenen Weg und ich kümmere mich noch um ein paar kleine Angelegenheiten meiner Teilnehmer. Am Nachmittag geht es dann mit Rosemarie noch einmal zu einer Infusion in die Klinik, dann steht ein Interview mit Radio Deutsche Welle auf dem Programm, das ich in Chinesisch geben muss und dann ist schon wieder Zeit fürs Abendbrot und für meinen Blog konnte ich noch nichts tun.
Heute essen wir mit der anderen Gruppe zusammen und okkupieren ein schönes Lokal. Wie immer ist die Küche ausgezeichnet, besonders gut war der gedämpfte Fisch und am Ende sind alle Teller fast schon peinlich blank geputzt.
Zurück im Hotel wollen noch ein paar Leute eine Massage und dann tauche ich bis zwei Uhr morgens ab ins Internet und kann wenigstens alle Blogeinträge bis zur chinesischen Grenze vervollständigen, bevor mir die Augen im wahrsten Sinne des Wortes zufallen.

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