Monatsarchiv für März 2008

102 Kilometer, 597 Höhenmeter

Bericht von Tom Krech

Unzufriedenheit ist im Moment ein mittleres Problem in der Gruppe, sollen wir heute die länger und wahrscheinlich schönere Strecke oder die kürzere Autobahnstrecke mit Tunnel nehmen, beträgt die Entfernung nun 75 Kilometer oder gar 135, sind wir zu langsam oder zu schnell, sollen wir in einer Gruppe oder in mehreren die Autobahn entlangfahren, im Restaurant essen oder Picknick machen, zeitig oder später. Aus diesem Grunde setze ich am Abend ein Meeting an.
Die Streckenfrage hat sich sowieso von allein gelöst, bei strahlend blauem Himmel gibt es keinen Grund auf der Autobahn durch einen 4 km Tunnel zu fahren und die Entscheidung hat sich gelohnt; auf einer kleinen, wenig befahrenen Straße folgen wir der Küste, über Hügel geht es durch kleine Dörfer. Wir werden spontan zum Tee eingeladen, haben wunderschöne Ausblicke über romantische Buchten oder kleine Fischereihäfen, wir beobachten, wie der morgendliche Fang ausgeladen und auf einen Lieferwagen verfrachtet wird, unterhalten uns mit einer 72-jährigen Bäuerin, Mutter von 11 Kindern, von denen zwei in Deutschland leben, also ein Bilderbuch-Reiseveranstalter-Programm.
Erst gegen Mittag treffen wir die Autobahn wieder, der Wind hat gedreht und bläst jetzt ein wenig gegen uns, also fahren wir in der Gruppe und für die hinteren ist es ein wenig leichter, als für die Beiden, die vorne gegen den Wind strampeln. Durch Ordu müssen wir leider durchblasen, da die Polizei jede Kreuzung für uns gesperrt hat, keine Chance für einen Stop, die Polizei meint es manchmal zu gut mit uns.
Mittag wollen wir eigentlich in einem schönen Lokal mit Seeblick machen, aber wir landen wieder auf einer Raststätte an der Tankstelle, die einfachste Lösung wohl für die Polizei und einige fragen sich, wer die Reise organisiert hat, die Polizei oder der Veranstalter.
Gegen halb vier trudeln wir durch die Vororte von Giresun, eine etwas größere Kleinstadt, die in der Nachmittagssonne erwartungsvoll leuchtet. Mit Treffpunkt halb acht entlässt uns Cezmi und nach einer kurzen Dusche schwärmen alle aus. Ich schnappe mir Kasim, unseren Fahrer, und wir schlendern kurz durch die wenigen Einkaufsstraßen und biegen dann wahllos links und rechts ab, wo es gerade interessant aussieht. Versteckt liegen überall wunderschöne uralte Häuser. Manche renoviert und wunderschön, andere baufällig und wohl leider auf den Abriss wartend. Wieder andere genauso verrottet, aber von der Vegetation zurückerobert, mit grün überwucherten Steinmauern und Treppen als Zugang, ein Gebäude in das man sich nicht ohne ein Gruseln wagen würde und das ein wunderbare Kulisse für einen Horrorfilm abgeben könnte, mit abgründigen Geheimnissen, an die man nicht einmal tagsüber denken möchte. Auf der anderen Seite des Hügels eine Terrasse mit phantastischem Blick aufs Meer und die untergehende Sonne und Liebespärchen, die sich Hände haltend aneinander kuscheln. Kasim lacht, er hat einen Wortfetzen aufgefangen und übersetzt, was das Mädchen zu dem Jungen gesagt hat, sie sei nicht so ein Mädchen, wie alle anderen hier in der Stadt…. Ich blicke noch einmal zurück, sie ist wirklich hübsch und gebe ihr in Gedanken Recht.
Bevor wir ins Hotel zurückgehen trinken wir noch einen Tee in einer verräucherten Teestube und ich setze mich danach gleich an den Computer, um noch ein wenig Arbeit nachzuholen, in den letzten drei Tagen, war ich ein wenig verschnupft und bin kaum zum Schreiben gekommen und das versuche ich nun nachzuholen.
Am Abend dann unser Plenum, welches wohl ganz gut tut und bei dem jede Menge größerer und kleinerer Probleme auf den Tisch kommen. Hoffen wir, dass wir in den nächsten Tagen und Wochen dann mit verbesserter Kommunikation und angenehmerem Umgangston vorankommen, unsere morgige 135 Kilometer Etappe wird es zeigen.

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99 Kilometer, 202 Höhenmeter

Bericht von Tom Krech

Der Wetterbericht hat wieder bombastisches Wetter versprochen, zumindest für den Vormittag, und hält sein Versprechen auch. Als wir kurz nach 8 Uhr losfahren, sind es schon 25 Grad und es wird noch etwas wärmer. Der Wind bläst von hinten und die Straße ist flach und wir kommen zügig voran. Obwohl gar kein Zwang zu einer einzelnen Gruppe bestünde, fahren alle dicht beisammen und wir haben fast einen Schnitt von 25 Kilometern pro Stunde.
Das Industriegebiet vor Samsuns ist dann auch bald zu Ende und irgendwann fahren wir direkt an der Schwarzmeerküste entlang.
Hinter einem Kiefernwald schimmert dann das unendliche Blau hindurch. Nach einiger Verwirrung über Art und Ort der Mittagspause, Cezmi schafft es manchmal, ein einfaches Problem so zu verkomplizieren, so dass letztlich keiner mehr zufrieden ist, rasten wir dann an einem Stück Strand. Leider hat der Wind aufgefrischt, es weht immer noch von hinten, aber fast 10 Grad kühler, als noch am Morgen. Nur Marlies und ich trauen uns trotzdem ins kalte Wasser, aber ich breche meinen Badeversuch recht schnell wieder ab.
Der Rest des Weges ist schnell geschafft und schon gegen 15 Uhr sehen wir die kleine Stadt Fatsa in einer Bucht liegen. Vorbei geht es an Fischkuttern und ein paar schönen Zweimastbarken, bis ins Zentrum. Nachdem sich die Hektik beim Einchecken gelegt hat, die Räder sind auf einen bewachten Parkplatz gebracht worden, schlendern alle ein wenig in der Stadt herum. Viel hat das Städtchen nicht zu bieten und so suchen wir dann abschließend noch ein Restaurant an der Strandmeile. Da der Bürgermeister der Stadt dem konservativen Lager angehört, gibt es im Zentrum kein einziges Restaurant mit Bierausschank, aber die Fisch und Seafood-Gerichte, die die Karte anbietet klingen ziemlich lecker.
Ein Spaziergang durch die kleine Stadt ist schnell beendet, das Zentrum ist nicht sehr groß und es fängt an zu regnen, später kommen Blitz und Donner dazu. Innerhalb kürzester Zeit versammeln sich fast alle unserer Teilnehmer in der kleinen Patisserie neben dem Hotel, der Kaffee ist stark und die kleinen Törtchen oder Kekse finden guten Absatz.
Zum Abendessen hat sich dann wieder einmal ein Kamerateam eingefunden, um die Gruppe ausländischer Extremtouristen beim Schlemmen zu filmen, morgen wollen sie noch einmal kommen, um unseren Aufbruch zu filmen.

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von Havza nach Samsun, 99 Kilometer, 890 Höhenmeter

Bericht von Tom Krech

Keine Resultate bei den polizeilichen Ermittlungen und auch kein Schritt aus der Richtung des Hoteliers. Aufmerksam gemacht darauf, dass die Zimmertür, des Zimmers in das eingebrochen wurde nicht zu verschließen geht und mit einer Kreditkarte innerhalb von einer Sekunde zu öffnen sei schiebt er an den Geschädigten zurück, man hätte ja Bescheid geben können, dabei gab es schon Probleme sich verständlich zu machen, um ein fehlendes Handtuch zu bekommen. Er werde nicht einmal einen Teil des Schadens übernehmen, keine einzige Lira, er sei noch mehr geschädigt, sein Ruf und so weiter….und er werde in Zukunft auch keine größeren Gruppen mehr beherbergen, das gäbe nur Ärger. Wie auch immer, sind die Thermalquellen von Havza also keine heiße Empfehlung, die Hoffnung, dass die polizeilichen Ermittelungen etwas bringen sind gering, zumal wir bald über alle Berg weit weg in Georgien sind.
Auch der Rest des Tages ist nicht sehr erbaulich zu berichten, langweilige stressige Autobahn, zwei schöne Berge zwischen uns und unserem Ziel, eine Picknickpause auf einem Rastplatz, den keiner von uns ablichten möchte, weil er aussieht, als ob die Vandalen und andere marodierenden Völker hier herübergezogen sind. Dazu kommt die Perspektive auf ein Hotel California weit vor der Stadt Samsun, die wir umgehen, „um keinerlei Kontakte mit der lokalen Bevölkerung aufnehmen zu können“, unken einige Stimmen aus dem Off. Die Lage des Hotels ist so schrecklich wie erwartet, idyllisch eingebettet in eine Industrieoase an einer stark befahrenen Straße, nur einen Kilometer vom Meer entfernt, dass aber wegen der davor befindlichen Kohlehalden nicht zu sehen ist. Die Stimmung in der Gruppe ist am Boden und ich entschließe mich spontan dazu, eine runde „schmutziges Bier“ zu spendieren, dass dann die Laune wieder etwas hebt. „Schmutziges Bier“ ist ein Bier, das sofort nach der Ankunft am Zielort, ungeduscht getrunken wird. Hoffen wir, dass der Rest des Abends ein angenehmer wird.

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Bericht von Helma Honrath
Juchhu – ich freue mich auf einen Tag ohne Autobahn! Angekündigt sind 75 km ohne Berge, denn unser Ziel Amasya liegt tiefer als Corum. Es wurden dann 100 km und gleich hinter Corum zieht sich die Straße nicht zu steil, aber lang den Berg hoch. Ich schwächle heute morgen – das Rasen in der Spitzengruppe gestern hat mir wohl doch schwere Beine gemacht. Deshalb hänge ich mich an unser Begleitfahrzeug, das Kassim den Berg hoch chauffiert. Der Aufbau für die Räder bietet einen genialen Haltegriff! Oben angekommen warten wir aufeinander und die ersten Flüche (über den unverhofften Berg) sind zu hören. Wir sind verschwitzt, aber draußen ist es kalt und windig – beste Voraussetzung für Erkältungen.
Ab hier oben geht es wellig weiter, immer auf und ab, zuerst noch vierspurig, aber ab der ersten Abzweigung wirklich auf einer schönen, kleinen Landstraße. Wir kommen durch kleine Orte, die Straße wird auch kurviger, schöne weite Blicke, teilweise noch mit Schneebergen vor uns. Es läuft so ruhig und gemächlich vor sich hin, bis wir unsere Teepause am Busbahnhof von Mecitözü nehmen. Nach dem kalten, windigen Wetter am Morgen, kommt nun die Sonne raus, was einige schon zum  Eisessen verleitet.
Langsam und allmählich wärmt die  Sonne richtig, das Radeln macht gleich doppelt so viel Spaß und bei dem guten Wetter gibt es zur Mittagspause mal wieder Picknick. Lecker, mit viel frischem Obst und Gemüse, Brot, Käse, Oliven…. einfach gut. Sogar Tee wird von Tom auf dem Benzinkocher zubereitet. Die Sonne sticht und man sieht auf einmal ziemlich viel Haut und es duftet nach Sonnencreme.
Wir radeln weiter, kurzärmlig und teils in kurzen Hosen. Toll! Liegt es an der Sonne? Oder an der tieferen Lage? Jedenfalls hat hier der Frühling passend zum Datum Einzug gehalten. Die Bäume haben einen Hauch von Grün und auch die ersten Büsche blühen zaghaft. Im Gegensatz zur anatolischen Hochebene, wo alles noch grau und leer war. So können wir nach Griechenland zum zweiten Mal den Frühling erleben – schön.
Pfft – gerade rollt es so rund, da hat sich Rosmarie einen Plattfuß geholt. Dornen waren die Ursache. Tom, Hubert, Heike, Rosmarie und ich legen eine Flickpause ein. Loch geflickt, aufgepumpt, aber die Luft bleibt nicht drin. Letztendlich haben wir 3 Löcher gefunden! Endlich sind wir fertig und wollen uns gerade wieder auf die Räder schwingen, da findet Hubert sein Vorderrad ebenfalls platt vor. Also alles noch mal von vorne! Somit steht es im Krieg der unkaputtbaren Reifen, Continental gegen Schwalbe:  1 : 1.  Nun denn, wir haben  uns eine kleine Verspätung eingeholt. Auf dem Weg nach Amasya schauen wir uns noch uralte, praehethitische, in den Fels gehauene Wasserleitungen an, bevor wir dann endlich in die Stadt einrollen. Sehr schön, sie nimmt uns gleich in ihren Bann. Endlich eine schöne Kleinstadt mit Flair und Charme. Sie liegt eingebettet in hohe, felsige Berge, direkt an einem schnellen, fast reißenden, braunen Fluss. Am Steilufer sind die Häuser direkt übers Wasser gebaut, darüber burgartige Mauerreste und uralte Felsengräber in bogenartigen Nischen, direkt im Berg. Am Flachufer die Promenade, mit unendlich vielen Spaziergängern, Liebespärchen, lauschigen Bänken, Büsten und Figuren in Bronze. Zwischendrin viele schmale, nur fußgängergeeignete Brücken. Eine angenehme Stadt, wir tauchen sofort in die Atmosphäre ein.
Zum Abendessen finden wir ein wunderschön gelegenes Restaurant in einem der Brückenhäuschen direkt über dem Wasser. Aber leider entsprach das Äußere nicht dem Inneren, wir landeten in einer ziemlich verräucherten Bude mit Fußballprogramm an allen vier Wänden! Auch das Essen hätte etwas besser sein können! Also zogen noch ein paar Unersättliche in die Stadt, um einen üppigen, siruptriefenden Nachtisch zu vernaschen.

von Amasya nach Havza, 46,1 Kilometer, 330 Höhenmeter

Bericht von Tom Krech

Wieder so etwas wie ein halber Ruhetag, doch ich wache auf mit leichten Kopfschmerzen, das letzte halbe Bier in der Hotelbar wäre nicht mehr nötig gewesen, aber es war doch ganz angenehm und lustig in geselliger „Männerrunde“, der sparsam bekleideten Sängerin zuzuhören und zuzusehen.
Trotzdem kennen meine Yogafreunde keine Gnade und mein morgendliches Reck-dich-und-streck-dich-Programm findet statt, auch wenn die Balance nach links etwas wackelig ist.
Gegen 9 Uhr ziehen wir los, nicht mit den Rädern, sondern zu Fuß, in die Stadt. Punkt Nummer eins ist eine alte Moschee, die heute als Koranschule dient. Die Jungs sitzen alle mehr oder weniger fleißig über ihren arabischen Texten, die sie auswendig zu lernen haben, ohne auch nur ein Wort zu verstehen, erklärt und Cezmie, einige lassen sich doch gern von der Lektüre ablenken und plauschen lieber ein wenig mit uns „Touris“ und posen freundlich für ein Foto.
Weiter geht es über die Promenade, die wir gestern Abend noch besucht haben, ans andere Ende der Innenstadt, in die aktive Moschee. Auch hier gibt es wieder viel zu staunen und zu sehen, Tempel aller Religionen haben immer etwas großartig-bedrückendes für mich und ich lasse mich ein paar Minuten von der Stimmung in dem riesigen Gebäude tragen.
Über die Brücke geht es ans andere Ufer, schön renovierte Gebäude wechseln sich mit baufälligen Ruinen, noch reicht der Tourismus nicht aus, um alle Gebäude hier zu sanieren, aber ich bin mir sicher, in kurzer Zeit werden sich die Investoren hier um die logistisch wunderbar gelegenen baufälligen Gemäuer streiten.
Eine steile Treppe geht es hinauf zu den hethitischen Gräbern, die hier vor knapp 3000 Jahren für Könige und reiche Persönlichkeiten in den Fels gemeißelt wurden. Viel ist nicht zu sehen in den Anlagen, aber es ist ein kleines Familienmekka und hunderte türkischer Familien erklimmen die nicht immer DIN-genormten Stufen nach oben, manche Oma kann nur mit kräftiger Unterstützung der gesamten Familie nach oben gewuchtet werden. Die Sicht über die Stadt ist herrlich, das Leben bunt, überall blühen Blumen, nur getrübt wird dieser Frühlingstag durch den Smogfilm über der Stadt, der durch die Kohlöfen entsteht.
13 Uhr verlassen wir mit unserer Polizeieskorte die Stadt und obwohl es eine klare Ansage gegeben hatte unterwegs im Zentrum auf eigene Faust etwas zu essen, sind einzelne Mägen gefüllt und andere geleert. Trotzdem ziehen wir auf der Schnellstraße erst einmal 25 Kilometer durch, die Strecke ist nicht sehr anspruchsvoll, es geht ein wenig hoch und schön schnell wieder runter. Nach einer kleinen Tee und Snackpause geht es dann flugs weiter bis nach Havza, der Verkehr ist zum Teil heftig und am Berg stauen sich bis zu 50 Fahrzeugen hinter uns, die wir dann erst einmal passieren lassen. Die winzige Stadt an sich macht auf den ersten Blick einen etwas bedrückenden Eindruck. Unser kleines Hotel, gekoppelt mit einer Thermalquelle liegt etwas oberhalb. Mit Kassim mache ich noch eine kleine Runde durch die Stadt, wir suchen ein nettes Lokal für den Abend und finden ein winziges Familienrestaurant. Natürlich gibt es keinen Alkohol, aber wir besorgen ein paar Flaschen Bier, die wir im Kühlschrank des Restaurants hinterlegen. Superleckere Torten gibt es beim Bäcker nebenan und ich freue mich auf Ullis Geburtstag morgen mit den vier verschiedenen Torten, die wir besorgen.
Zurück im Hotel will ich dann in die Thermalquelle, ein dampfender Pool im Keller. Schon die Luft ist glühend heiß und ich kommen nur dazu, meinen Fuß ein wenig in das für mein Gefühl fast kochende Wasser zu halten und entscheide mich dann doch nur für eine lauwarme Dusche. Die anderen schwimmen in dem Becken herum, in das ich höchstens einen Hummer oder Großgarnelen zum Garen gesetzt hätte. Zurück im Zimmer, ich will mich gerade an den Computer setzen dann der Schock, im Nachbarzimmer ist eingebrochen worden und zwei Portmonnaies, incl. Gruppenkasse sind auf das Sorgfältigste entleert worden, Schaden ca. 800 Euro. Die Verhandlungen mit dem Chef bringen nichts, vom Personal habe niemand den Schlüssel, also bleibt nur der Weg zur Polizei. Die Gruppe checkt noch einmal ihr Hab und Gut, es scheint nichts Anderes zu fehlen und Cezmi und Robert verbringen den Abend auf der Polizeiwache beim Protokollieren, während bei uns anderen im Lokal natürlich keine rechte Stimmung mehr aufkommen mag. Auch nach dem Abendessen gibt es kaum Neuigkeiten und alle verschwinden bedrückt in ihren Zimmern, werden dann aber noch einmal von der Polizei, die sich sorgfältig alles vor Ort ansieht noch einmal kurz herausgeklopft und es verdichtet sich der Verdacht auf das Zimmer 205, in dem zwei  Männer eingemietet waren, die aber am Abend das Hotel verlassen haben und nicht wieder erschienen sind.

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von Corum nach Amasya, 96 Kilometer, 716 Höhenmeter

Bericht von Tom Krech

„Es ist zwar bewölkt, aber es sind keine Wolken am Himmel.“ So beschreibt uns heute beim Frühstück Eckhardt das Wetter. Auf Deutsch soll das heißen Hochnebel in der Realität heißt es dann, dass wir wieder „griechische Verhältnisse“ haben. Gegen 10 Uhr hat sich der Hochnebel verzogen, die Sonne hat sich den gestrigen Frühlingsanfang zu Herzen genommen und gibt ihr Bestes. Die von Cezmi versprochene „ebene Strecke“ entspricht dem, was ich aus der Karte gelesen habe, am Anfang geht es zügig 400 Höhenmeter hinauf, dann biegen wir rechts ab und es geht auf eine wunderbare Nebenstraße und schon nach wenigen Kilometern wird klar, dies wird der schönste Tag, den wir bisher in der Türkei hatten. Das Wetter ist warm und mild, die Landschaft weit und grün, nicht mehr die trockene Ebene, links und rechts liegen kleine Dörfer und auf der Straße gibt es nur wenig Verkehr. Entsprechend gut ist die Stimmung, kein Zwang in der Gruppe zu fahren und wir machen viele Fotostops.
In Mezitözi eine erste Teepause an der Busstation und wegen des schönen Wetters wird die Eistruhe geplündert. Wir werden neugierig bestaunt und auch eine türkische Studentin, Emine aus Hamburg wartet mit ihrer Cousine auf ihren Bus nach Corun, wie versprochen natürlich ein Bild im Blog und viele Grüße.
Viele Grüße natürlich auch an alle die zu Hause bleiben mussten oder wollten, uns geht es gut und wir sind guter Dinge und wünschen euch ein wenig von unserer Sonne hier für den morgigen Osterspaziergang.
Vor dem heute geschlossenen „Müdürgülü“ (Amt) eines kleinen Dorfes mache wir wieder einmal Picknickpause, der Kocher glüht und ich bereite für die Mannschaft heißes Wasser und Tee, dazu viel Obst und Gemüse, frisches Brot und Wurst.
Weiter geht es kleine Hügel hinauf und hinunter und obwohl wir heute seit langem wieder einmal keine Rückenwindunterstützung haben sind wir am frühen Nachmittag vor Amasya.
Dann plötzlich zischt es an Rosemaries Vorderrad, ein Dorn hat sich durch den Mantel gebohrt, wir flicken und es zischt wieder, auf der anderen Seite noch ein Dorn. Das ist nach 15 Minuten erledigt und als wir aufsteigen wollen ist Huberts Vorderrad platt, ein Dorn! Damit hat es beide Hersteller „unplattbarer“ Reifen getroffen und die Bilanz ist wieder ausgeglichen und die Legende vom plattfussfreien Fahren fast gestorben. Aber zur Ehrenrettung der Firmen muss man sagen, dass die Reifen im Großen und Ganzen wenig störanfällig sind, bis auf meine Unglücksserie hat es kaum einen von uns bisher erwischt.
Am Eingang einer Schlucht formieren wir dann unsere Gruppe und rollen auf einer staubigen Piste stadteinwärts. Mit jeder Kurve zeigt sich ein wenig mehr Stadt. Am rechten Straßenrand windet sich eine 3000 Jahre alte in den Fels gehauene Wasserführung von den Hethitern und bereitet uns auf das 80.000 Einwohner zählende Städtchen vor. Was wir zu sehen bekommen überrascht uns, eine richtig chicke Altstadt, tausende von türkischen Wochenendtouristen, die auf der Promenade am Flussufer promenieren und eine in den Fels gehauene Festung thront über der Stadt, auch hethitisch? Wir werden es morgen Vormittag bei der Besichtigung erfahren. Am Hotel hält uns nichts, ohne einzuchecken, drehen die meisten von uns die Räder um und dann geht es noch einmal zurück ins Zentrum. Ich stürze mich mit der Kamera ins Gewühl, Männer und Frauen, Alte und Junge, Greise und Kinder, Kopftücher und Miniröcke, ein so buntes Leben zu beobachten war uns bisher in der Türkei verwehrt. Fotomotive über Fotomotive und kleine Gespräche, ein Englischlehrer unterhält sich mit mir und eine Studentin. Der heutige Tag gibt mir das, was ich vom Radreisen erwarte, fehlt nur noch ein türkischer Kaffee. Und auch das ist kein Problem, denn am Straßenrand der Uferpromenade gibt es davon zahlreiche und es ist gar nicht so einfach ein paar Plätze zu finden.
Ich fühle mich wohl, wie schon lange nicht mehr und mag gar nicht mehr so viel schreiben, seht euch einfach diese Bilder an, eine kleine Auswahl zu treffen, fällt mir schwer, deshalb gibt’s eine etwas größere und vielleicht kann ich nach diesem gelungenen Tag noch jemanden von meinen etwas schreibfaulen Radlern motivieren ein paar Zeilen für das „forumandersreisen“ Blog zu schreiben.

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66 Kilometer, 380 Höhenmeter

Bericht von Tom Krechp1020348.JPG

Wieder flicke ich am Morgen meinen Schlauch, wieder ein winziges Loch und wieder finde ich keine Ursache im Mantel, aber nach insgesamt 5-mal flicken reicht es mir und ich wechsele den Mantel.

Nach einem mäßigen Frühstücksbuffet kommen wir 8.15 Uhr los und wir haben wieder Glück, drohend hängen einige Regenwolken am Himmel, aber wir radeln immer wieder dazwischen durch. Endlich verändert sich auch die Landschaft, es istp1020352.JPG nicht mehr so kahl und trocken, es gibt mehr Bäume und es ist ein wenig grüner. Ich hoffe, wenn wir in ein paar Tagen das Meer bei Samsun erreichen ist alles wieder grün und blüht. Nach einem Berg, den wir bei Rückenwind nehmen werden wir dann auf einer berauschenden Abfahrt ins Tal getrieben und sind schon Mittag in der Kleinstadt Corum.

Nach dem Mittagessen stehen das Museum und der Hamam auf dem Programm, ich begnüge mich jedoch mit einem Spaziergang durch das Zentrum, an den vielen Läden und Geschäften vorbei. Viel ist nicht zu sehen, aber in den kleinen Nebenstraßen wird noch richtig Handwerk betrieben, die Schmiede sieht noch aus wie eine Schmiede,p1020359.JPGp1020363.JPG überall hängt Werkzeug und Hämmer und vor der Tür stapeln sich Öfen und Kochherde. Neben einer Traktorreparaturwerkstatt ist ein Teehaus und davor parkt ein großer Trecker, der Besitzer innen, an einem der Spieltische bei einem unserem Romme ähnlichen Spiel, dass aber nicht mit Karten, sondern mit kleinen Spielsteinen gespielt wird. Sofort werden Hubert und ich auf ein Glas Tee eingeladen, die Hälfte des Nachbartisches hat schon in Deutschland gelebt, Mustafa nur 3 Jahre, sein gegenüber sogar 18 Jahre, irgendwo bei Hannover.

Bis 17 Uhr hält das Wetter durch, dann fängt es richtig an zu gießen, auch noch als wir dann zump1020375.JPG p1020369.JPGAbendbrot gehen. In einem traditionellen Restaurant probieren wir alle Spezialitäten durch, beginnend mit einer Müslisuppe, die die meisten begeistert, ich kann dem schleimigen Porridge nicht abgewinnen, dafür ist die Käsepizza mit Ei um so besser. Dann gibt es verschieden Kebap Varianten, ich teile mir eine mit gegrillten Gehackten-Bällchen und viel Joghurt und einer würzigen Schärfe. Die meisten haben zuviel geordert und nach einer halben Stunde kann sich kaum noch jemand bewegen, aber alle versuchen tapfer wenigstens halbwegs aufzuessen. So gesättigt heißt dann der nächste Weg direkt ins Bett.

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Bericht von Tom Krech

66 Kilometer, 330 Höhenmeter: „Hethitische Impressionen“p1020225.JPG

Es ist schrecklich, mein Hinterrad ist schon wieder halb platt, doch ich habe keine Lust zur Reparatur und mit einer neuen Füllung Luft komme ich mehr als 20 Kilometer. Der Himmel sieht regnerisch aus, doch wir haben Glück, eine dicke schwarze Wolke zieht neben uns  vorbei und auf eine zweite steuern wir direkt zu, doch mittels einer Teepause lassen wir auch diese Gewitterwolke passieren und mogeln uns dann zwischen zwei Wolkenfeldern durch. Unser Hotel erreichen wir schon kurz vor zwölf. Der heftige Rückenwind hat uns gut durch die Ebene geblasen, und auf dem Nachmittagsprogramm steht ein Ausflug nach Hattusa zu den Ruinen einer hethitischen Hauptstadt.p1020238.JPG

Während des Mittagessens in unserem Raststättenhotel debattieren wir noch darüber, ob wir die 25 Kilometer mit dem Rad oder mit dem Bus machen, tendieren eher zum Rad, als der Himmel nun doch anfängt, sich auszuschütten. ‚Alea iacta est’- die Würfel sind gefallen und so sitzen wir 13 Uhr alle faul im Bus und der dicke Regen prasselt an die Scheiben und alle sind glücklich jetzt nicht im Regen und im Gegenwind draußen radeln zu müssen.

Durch ein Tal, das nicht mehr ganz so karg ist, geht es hinauf. Die grüne Wintergerste bringt etwas Farbe in die Landschaft, doch es ist wesentlichp1020265.JPG kühler als noch am Vormittag und an einigen geschützten Stellen hat sich noch etwas Schnee versteckt. Bogaskale ist ein kleines Dorf, es gibt ein paar renovierte Häuser und zwei oder drei kleine Hotels, viele Häuser sehen aber recht verfallen aus. Kaum zu glauben, dass sich einen Kilometer weiter, auf einem heute kahlen Hügel eine lebendige Metropole erhob. Hattusa war vor 3300 Jahren die Königsstadt des hethitischen Reiches, eine Stadtmauer von mehr als 6 Kilometer Länge umfasste die Stadt, und das berühmte Aslanli Kapi, das Löwentor und das Kral Kapi, das Königstor können wir noch heute in einem Zustand besichtigen, der einiges von dem Leben, das in dieser Metropole der Vergangenheit geherrscht hat, erahnen lässt. Von den Gebäuden, einstmals aus Lehm und Holz errichtet, sind natürlich nur noch die Fundamente zu sehen, aber mit v iel Fantasie lassenp1020273.JPG sich Straßen, Gebäude, Flure und Kammern erahnen. Ich bin total begeistert von der Anlage und obwohl eigentlich der Erhalt ungszustan d schlechter ist als die Ausgrabungen in Troja oder Filippi, lässt sich jedoch hier für mich besser nachvollziehen, wie das Leben hier einmal ausgesehen haben könnte, vor meinen Augen ziehen Karawanen von Eseln durch die engen mit Steinen gepflasterten Straßen, die auf einem großen bunten Markt entladen werden. Am Rande des Tempels befinden sich große Warenlager, wo Getreide, Öl und eingelegtes Gemüse in großen Amphoren gelagert wird.

Die Stadtmauer ist gewaltig und ragt bis zu 35 Meter in die Höhe und lässt nur erahnen, welche grausamen Schlachten und Kriep1020283.JPGge hier schon vor Jahrtausenden geschlagen wurden. Und auch diese gewaltige Burganlage hier wurde fast dem Erdboden gleich gemacht und nur ein einziger Pool im Königspalast lässt erahnen, welcher Reichtum und welche Pracht hier einmal versammelt war, dass hier einmal Luxus und Völlerei und wenige Straßenzüge weiter harte Arbeit und Sklaverei den Alltag bestimmt haben.

Die Zeit hier in den Ruinen ist mir viel zu kurz, aber ein heftig einsetzender Regenschauer treibt mich dann doch zurück zum Bus und wir verschwatzen dann alle zusammen noch ein wenig Zeit in der kleinen Teestube im Dorf, bevor es wieder im Bus zu unserem Raststättenhotel geht und dem üblichen Abendessen mit Buffetvöllerei geht.

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Bericht von Tom Krech

110 Kilometer, 1002 Höhenmeter: „ Ereignislosigkeit auf der Autobahn“

Was soll ich heute schreiben? 1256 Lkws, 874 Pkws, 96 Schafe, 17 Ziegen, 113 Schlaglöcher, 17 Bäume und 4 Berge, die wir kaum spüren. Hinter der Polizei geht es in geschlossener Formation aus der riesigen Stadt, dann nur noch Autobahn die Hügel hoch und runter, was uns nach den Ruhetagen und bei dem leichten Rückenwind nicht schwer fällt. Teepause in einer Tankstelle, Mittag an einer Raststätte und abends in einem Truckstop-Hotel, dass etwas kühl ist, der Tee, der heiß ist und das für Raststätten erstaunlich gute Essen und wieder ein Plattfuß und wieder bei mir! Warum immer bei mir? Ich finde zwar das Loch im Schlauch, aber nicht die Ursache im Mantel, vielleicht ist doch der kleine Knubbel an der Felge schuld, den ich mit Klebeband abklebe, morgen werde ich es wissen, oder auch nicht.

Auch die Landschaft hier in der anatolischen Hochebene war eintönig, kahl und trocken und doch beeindruckend in ihrer Weite, die Dörfer und Kleinstädte eher ärmlich im Vergleich zu dem was wir vorher gesehen haben, mehr fällt mir zum heutigen Tag nicht ein, doch wir sind ein gutes Stück voran gekommen und der heutige Tag war eine Einstimmung auf die Steppen und Wüsten und Landschaften, die wir in Zentralasien noch durchqueren werden.
Nudismo real Schwungvoll ab Ankara Türkische Impressionen Vor Atatürks Land p1020212.JPG p1020219.JPG p1020220.JPG

Bericht von Eckhardt Fuss

Ein zweiter wohltuender Ruhetag stand an. Nach einem erfrischenden Duschbad-endlich einmal keine zu enge Zelle- gab es ein übersichtliches Frühstück. Unser erster Tagesprogrammpunkt führte uns zur der Burg und erlaubte einen Bummel durch die innerhalb der Burgmauern liegenden Altstadt. Immer wieder stießen wir auf Zeugnisse, dass Sarkophage, Steinsäulen oder Steinquader mit eingemeißelten Schriftzügen als Baumaterial verwendet worden waren. Teilweise sind diese in Latein gehaltenen Schriften verkehrt herum eingemauert worden.

Leider änderte sich das Wetter. Es zog zu und bald begann es zu regnen. Schnellsten verschwanden wir in dem unterhalb der Burg vorhandenen Museum. Dort wurden wir von einem deutschsprachigen Führer mit einem uns allen unbekannten Geschichtsereignis überrascht: in dem Museum waren auf Tontafeln geschriebene Briefe. Datiert zwischen 4000

bis 3000 Jahre vor Christus. Für Juristen interessant, ein rechtsgültiger Erlass für den Handel. Selbst eine Heiratsvereinbarung konnten wir bewundern. Und als Höhepunkt ein persönlicher Brief von Frau zu Frau mit einem entsprechenden Antwortbrief. Angeblich sollen diese Briefe unter den Bedingungen des Briefgeheimnisses transportiert worden sein.

Tom wartete mit der Lüftung des Begriffes „ getürkt“ auf. Es war in der Zeit Ludwig des XIV am Hofe als der erste Schach spielende Automat vorgeführt wurde. Dieser Automat hatte die Statur eines sitzenden Türken. Für alle nicht sichtbar, saß in der Figur ein Schachspieler und spielte für seinen Gegenspieler aus dem Versteck heraus. Nach Entdeckung des Schwindels wurde“ getürkt “ eine Ausdrucksweise in unseren Sprachschatz, die nichts mit den Eigenschaften der Türken zu tun hat, wir dürfen den Begriff also getrost verwenden.

Gegen 12.00 Uhr ertönten von den vielen Minaretten die Stimmen des Muezzin und wir wurden erinnert, dass wir die größte Moschee von Anatolien besuchen wollten. 1981 ist dieses Gebäude errichtet worden und bietet über 30 000 Gläubigen Platz zum Gebet.

Die geringe Anzahl der anwesenden Betenden verloren sich in den riesigen hohen Räumen.

Geschickt platziert die vielen bunten Fenster, die dem Inneren der Moschee einen besonderen warmen Ton verliehen. Vier schneeweiße Minarette an den Ecken quadratisch angeordnet, rahmen das Hauptgebäude ein.

Nach einem Mittagessen in der Altstadt stand ein Besuchstermin von 7 Teilnehmern unserer Gruppe im Innenministerium, Abteilung Sport und Sicherheit, an. UNS, das heißt der ganzen Gruppe war es Bedürfnis Dankzusagen für die Polizeieskorten, die uns so freundlich und hilfsbereit durchs Land geleitet haben. Einmal mehr hat sich diese Entscheidung für eine solche Eskorte als richtig erwiesen. Das „Dankeschön“ haben wir auch im Namen unserer Familien ausgesprochen, die uns auf den türkischen Straßen sicher wiegen können. Die anwesenden Herren waren angenehm überrascht von unserer Geste und versprachen uns den Schutz auch für die Weiterreise bis zur georgischen Grenze. Natürlich hatten wir nicht versäumt einen Vertreter der deutschen Botschaft zu dem Treffen zu laden. Dieser war auch erschienen und wird unsere Handlung offiziell in der Pressemitteilung der deutschen Botschaft erwähnen. Nach einem gemeinsamen Tee wurden die obligaten Bilder gemacht bei denen das Ober - Mörler Wappen, von mir mitgebracht, nicht fehlen durfte. (Ober- Mörlen ist mir zu einer lieben Wahlheimat geworden.)

Nach der Verabschiedung trafen wir unsere Gruppen am Mausoleum von Atatürk wieder.

Bereits 1964 stand ich einmal auf den Stufen der Gedenkstätte. Veränderungen habe ich in den unteren Räumen des Mausoleums festgestellt. An die realistische Darstellung der Dardanellen Schlacht und die Darstellungen über den Lebensweg von Atatürk konnte ich mich nicht erinnern. Ein heftiges Gewitter war aufgekommen und vertrieb uns vom Vorplatz.

Heftige Regengüsse peitschten über die Marmorstufen. Der Regen hörte so schnell auf, wie er gekommen war und ein herrlicher Regenbogen tat sich auf. Er schien in Ankaras Zentrum zu beginnen und zog sich in einem Bogen über das Mausoleum. Unsere Fotografen hatten ihre Freude. Sammeln, schnell noch einen Wachposten knipsen und heim ging es durch den Abendverkehr zum Hotel.

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